Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Ärger im Plesseweg

Verkehrsberuhigung Ärger im Plesseweg

Anwohner im Göttinger Plesseweg sorgen sich über mehr Verkehr, gefährliche Situationen und Raserei in ihrem Viertel. Sie sehen die Stadtverwaltung in der Verantwortung, die Situation zu entschärfen. Die kündigt ihrerseits an, Lösungen zu suchen.

Voriger Artikel
Briefwahl ab Mittwoch
Nächster Artikel
Göttinger SPD-Kandidatin Andretta will fairen Wahlkampf

Im Jakob-Henle-Weg: spielende Kinder und Durchfahrtsverkehr.

Quelle: Brakemeier

Göttingen. “Die Gutenbergstraße ist durch die Einbahnstraßenregelung zur Rennstrecke geworden.“ „Bei Gegenverkehr nutzen viele Autofahrer die Gehwege.“ „Seit die Stadt die Parkraumbewirtschaftung ausgeweitet hat, hat der Verkehr bei uns zugenommen.“ Im Umweltausschuss des Rates haben Anwohner geschildert, wie sich aus ihrer Sicht die Situation in ihrem, ehemals ruhigen, Wohnviertel zwischen Gutenbergstraße und Plesseweg geändert hat.

„Vor allem während des Semester nehmen die Probleme zu“, sagte eine Anwohnerin aus dem Jakob-Henle-Weg. In der schmalen Straße mit ihren schmalen Bürgersteigen parken Autos am Straßenrand, freigebeben ist sie in beide Richtungen. Durch den benachbarten Plesseweg verläuft zudem die Fahrradstraße.

Im Jakob-Henle-Weg

Im Jakob-Henle-Weg: spielende Kinder und Durchfahrtsverkehr.

Quelle: Brakemeier

Was die Anwohner fast noch mehr ärgert? „Von der Verwaltung gibt es keine Lösung“, sagte einer der Anwohner. Vor vier Jahren hätten sie sich das erste Mal an die Verwaltung gewandt. Passiert sei bis heute nichts. Dass die Verwaltung die Anwohner mit einer Lösung des Problems so alleine lässt, hält Ulrich Holefleisch (Grüne) für unmöglich.

Aus Sicht der Verwaltung habe es in der Kommunikation mit den Anwohnern aus dem Plesseweg jedoch „keine Probleme“ gegeben, äußerte sich Verwaltungssprecher Detlef Johannson auf Anfrage. Ein Anlieger habe seit 2016 „mehrfach“ das Überfahren der Gehwege durch Kraftfahrzeuge kritisiert und das Aufstellen von Sperrpfosten oder Blumenkübeln gefordert. „Das konnten wir ihm nicht gestatten, weil diese Einrichtungen am Fahrbahnrand andere Gefahren implizieren“, erklärte Johannson.

Antrag der SPD zu Verkehrsberuhigung

Francisco Welter-Schultes (Piraten) forderte, dass die Verwaltung bei auftretenden Problemen dieser Art die Politik informiert. Die Anwohner aus dem Viertel haben sich unterdessen selbst an die Politik gewandt. In einem Antrag im Umweltausschuss forderte die SPD eine „Verkehrsberuhigung auf dem Plesseweg“. „Durch die Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung ist der Plesseweg Zu- und Abfahrtsstraße des Parkbereichs Uni Klinikum Süd. Dieses führt seit 2014 zu einer deutlichen Erhöhung des Verkehrsaufkommens und des Begegnungsverkehrs. Gerade des Begegnungsverkehrs führt zu einem permanenten Befahren des Gehwegs“, heißt es darin. Die Menge an Autos zu Stoßzeiten sei mit festgelegten übergeordneten Bedeutung als Fahrradstraße mit ihrem Vorrang von Fahrrad und Fußverkehr vor dem Autoverkehr kaum vereinbar. Auch werde die Geschwindigkeitsbegrenzung kaum eingehalten und nicht oder nur sehr selten kontrolliert.

Stadtbaurat Thomas Dienberg kündigte im Ausschuss an, sich das Viertel „in Gänze“ auf Verbesserungsmöglichkeiten, etwa Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, anzuschauen. Was das konkret bedeutet, skizzierte Johannson: Ab Mitte Oktober werde es eine Verkehrszählung in den drei Straßen geben. Nach deren Auswertung werde die Verwaltung ein Verkehrskonzept für die drei Straßen entwickeln und im Umweltausschuss vorstellen. „Die Anlieger der betroffenen Straßen werden in den Planungsprozess selbstverständlich mit eingebunden.“

Sackgasse öffen

Die SPD hat in ihrem Antrag vorgeschlagen, folgende Dinge für eine Verkehrsberuhigung im Plesseweg zu prüfen:

– eine Einbahnstraßenregelung

– Pflanzkübel auf den Gehwegen

– Absperrpfosten in Teilbereichen, wechselseitiges Parken, Markierung von Stellflächen

– bauliche Begrenzung der Zu- und Abfahrtbereiche

– zusätzliche Fahrbahnmarkierungen wie etwas „30 Zone“ oder Fahrradstraße.

– die Von-Bar-Straße aus Richtung Kreuzbergring wieder für den Verkehr zu öffnen

Von Michael Brakemeier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Die Bilder der Woche vom 4. bis 10. November 2017