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Raserei auf Radwegen

Ärger mit Elektro-Fahrrädern in Göttingen: Schnelle Bikes müssen auf die Straße Raserei auf Radwegen

Immer mehr Elektrofahrräder sind nicht nur auf Straßen, sondern auf Radwegen unterwegs. Doch nicht alle E-Räder dürfen dort fahren. Und: Es gibt zunehmend Probleme.

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Quelle: dpa

Göttingen. Tageblatt-Leser Heimo Hebel hat selbst ein E-Bike, das elektrisch unterstützt bis zu 45 Stundenkilometer schnell fährt. „Leider“, sagt Hebel, „sind viele Göttinger nicht darüber informiert, dass diese E-Bikes nicht die Radwege benutzen dürfen, sondern auf der Straße fahren müssen.“ Die Folge: „Autofahrer fühlen sich provoziert und fahren besonders dicht am E-Bike vorbei, oder pöbeln mich dabei noch an.“

Andere Folgen des Unwissens schildert Detlef Angerstein. Der Tageblatt-Leser hat beobachtet, dass in Göttingen E-Bikes „mit Nummernschildern auf dem Fahrradweg mit bis zu 45 Stundenkilometern fahren und meines Erachtens andere Fahrradfahrer und Fußgänger hochgradig gefährden“. Besonders übel aufgefallen sind ihm Fahrer eines Pizza-Bringdienstes, die immer wieder extrem schnell auf Radwegen unterwegs seien und dort auf normale Radfahrer, auch auf Kinder, keine Rücksicht nähmen. Auf ihr gefährliches Verhalten angesprochen, hätten ihm Auslieferer bedeutet, die Polizei habe ihnen erklärt, „mit ihren E-Bikes mit Nummernschild auf dem Fahrradweg fahren zu müssen“, sagt Angerstein.

Das streitet die Göttinger Polizei ab. Nur sogenannte Pedelecs, deren Elektromotor den Radler beim Treten bis zu einer Gdeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern unterstützten, dürften auf Radwegen fahren, sagt Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Göttinger Polizei. Die Fahrer echter E-Bikes mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern hingegen dürften in keinem Fall Radwege benutzen, bestätigt auch die Göttinger Stadtverwaltung in einem Schreiben an Angerstein. Sie sind rechtlich als Kleinkrafträder eingestuft.

Zwischen beiden Varianten sind die E-Bikes angesiedelt, die es ohne Treten auf 20 (Leichtmofa) oder auf 25 Studenkilometer (Mofa) bringen. Sie dürfen nur dann auf Radwegen fahren, wenn sie auf dem Radwegeschild ausdrücklich ausgewiesen sind. Für alle drei Arten von Elektrofahrrädern gibt es zudem unterschiedliche Vorschriften in bezug auf Führerscheinpflicht, Versicherungs- und Kennzeichenzwang, Maximalleistung des Elektromotors und Helmpflicht. Außerdem gelten unterschiedliche Promillegrenzen (siehe Tabelle).

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Polizei-Verkehrssicherheitsberater Arnecke weist zudem auf eine allgemeine Gefahr hin: darauf, dass viele Autofahrer die Geschwindigkeit der elektrisch unterstützten Räder unterschätzen. Der „Klassiker“ laut Arnecke: Der Autofahrer möchte nach rechts abbiegen, von hinten aber nähert sich unverhofft schnell das Elektrorad. Da auch die bis zu 45 Stundenkilometer schnellen E-Bikes einem ganz normalen Fahrrad sehr ähnelten, gebe es hier das größte Gefahrenpotenzial - in diesem Fall beim Einfädeln in den fließenden Verkehr.

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