Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Ahlborn: Schießen übt Konzentrationsvermögen

Interview Ahlborn: Schießen übt Konzentrationsvermögen

Mehr Mitglieder in den Schützenvereinen wünscht sich der Deutsche Schützenbund (DSB). Wie in der Vereinslandschaft allgemein sind auch in den Schützen- und Bogensportvereinen die Mitgliederzahlen rückläufig. 

Voriger Artikel
Bischof wandert auf Pilgerweg bei Dransfeld
Nächster Artikel
Kosten-Debatte: Partnerschaftsfeier zu teuer?

Haben ihr „Ziel im Visier“: Nachwuchsschützen beim Training im Schützenverein Rosdorf.

Quelle: Vetter

Göttingen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, veranstaltet der DSB unter dem Titel „Ziel im Visier“ bundesweit ein Wochenende der Schützenvereine. Auch Vereine im Kreisschützenverband Göttingen (KSV) machen mit. Mit dem KSV-Vorsitzenden Bernd-Peter Ahlborn hat Tageblatt-Mitarbeiterin Ute Lawrenz über die Aktion geprochen.
 
Wieso „Ziel im Visier“ gerade jetzt?
Bundesweit ist in den vergangenen zehn Jahren ein Mitgliederrückgang in den Schützenvereinen zu verzeichnen, lediglich Bayern bildet hier eine Ausnahme. Der Deutsche Schützenbund wollte dieser Entwicklung gegensteuern und hat eine Arbeitsgruppe gebildet. Ein Resultat ist das erstmals bundesweit durchgeführte „Wochenende der Schützenvereine“ unter dem Motto „Ziel im Visier“ am 6. und 7. Oktober. Ein wesentliches Merkmal soll die positive Darstellung unseres Schießsports und der Schützenvereine sein, denn leider wurde das Schützenwesen in der Vergangenheit durch Veröffentlichungen verschiedener politischer Gruppierungen in eine Ecke gedrängt, in die es nicht gehört.
Wie ist die Mitgliederentwicklung im Kreisschützenverband?
Ähnlich wie im Bundestrend ist auch die Mitgliederentwicklung im Kreisschützenverband Göttingen rückläufig. In den vergangenen zehn Jahren sank die Mitgliederzahl von 5100 auf aktuell 4000 Mitglieder.
Brauchen die Schützenvereine neue Mitglieder?
Die generelle Tendenz der Mitgliedszahlen, nicht nur in den Schützenvereinen, ist abnehmend. Nicht nur Jugendliche fehlen in den Schützenvereinen, sondern auch Erwachsene. Gerade die ehrenamtlich Tätigen in den Vorständen werden älter. Hier fehlt es an Jüngeren, die sich ehrenamtlich in den Vereinen engagieren wollen und auch können.
Was macht das Schießen besonders förderungswürdig? Wären die Jugendlichen zum Beispiel in einem Fußballverein nicht gefahrloser aufgehoben?
Meiner Meinung nach ist hier weniger die Frage der Förderungswürdigkeit entscheidend, sondern vielmehr die Frage: Warum ist für Jugendliche der Schießsport interessant. Durch den Schießsport erlernt man in erster Linie Konzentrationsfähigkeit und Körperbeherrschung. Diese Fähigkeiten sind Grundvoraussetzungen, um Erfolge zu erzielen. Gerade Kinder und Jugendliche können diese Fähigkeiten für ihren schulischen Alltag gut nutzen. Erwachsene können beim Training nach Feierabend den Stress des Berufslebens hinter sich lassen, in dem sie sich für einen gewissen Zeitraum nur auf ihr Schießtraining konzentrieren. Die Gefahren von Verletzungen sind zum Beispiel bei Mannschaftssporten wie beim Fußball allein durch den Körperkontakt im Kampf um den Ball wesentlich höher. Außerdem wird der Körper stärker beansprucht.
Wie kann man die Gefahren durch den Schießsport minimieren?
Wichtigste Aufgabe der Schießsportleiter und Standaufsichten ist die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen auf dem Schießstand. Diese ergeben sich durch die Schießstandordnung und im Bereich des DSB aus der Sportordnung, dem Regelwerk des DSB. Die Ausbildung dieser Verantwortlichen ist umfangreich. Jeder absolviert einen Waffen- und Sachkundelehrgang und einen Kurs, in dem das Thema Sicherheit eine besondere Rolle spielt. Für den KSV Göttingen haben Fort- und Weiterbildung der Verantwortlichen für den Schießbetrieb in den Vereinen oberste Priorität. Die Neuerungen des Waffengesetzes und natürlich die Einhaltung dieser Bestimmungen sind generell Thema der jährlichen Zusammenkünfte mit den Vorständen der Vereine. Im Großraum Göttingen sind mir in den vergangenen zwei Jahrzehnten keine Vorfälle bekannt, wo es zu Schießunfällen gekommen ist. So sind die Diskussionen um Waffenbesitz und -aufbewahrung nicht zielführend, weil das Waffengesetz und die angegliederten Verordnungen den zuständigen Behörden hinreichend Möglichkeiten geben, Missbräuche auszuschließen und zu minimieren.
Was alles hat sich der Kreisschützenverband Göttingen für das Wochenende der Schützenvereine ausgedacht?
Der Vorstand des Kreisschützenverbands Göttingen hat im Mai alle Vorsitzenden in einem zweistündigen Referat über diese Aktion informiert. Zusätzlich erhielt jeder der 70 Vereine im Verband eine CD mit entsprechendem Informationsmaterial.  Die detaillierten Planungen obliegen den einzelnen Vereinen, hier kann und soll jeder der 27 teilnehmenden Schützenvereine seine Ideen verwirklichen, wie er den Schießsport und speziell seinen Verein darstellen will. Die Öffentlichkeitsarbeit  für alle teilnehmenden Vereine führt der KSV Göttingen durch.

Weitere Infos im Internet unter ksv-goettingen.net und ziel-im-visier.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 14. bis 20. Oktober 2017