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Aktion „Doppelklick“ in der Göttinger Stadtbibliothek

Senioren im Netz Aktion „Doppelklick“ in der Göttinger Stadtbibliothek

„Was ich nicht auf CD habe, höre ich hier“, sagt der 62 Jährige und scrollt sich durch Youtube. Der ehemalige Hand­wer­ker, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, kommt regelmäßig in die Stadt­bib­lio­thek Göttingen und nutzt dort das Internet­an­ge­bot für Se­ni­o­ren.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Rund um das World Wide Web or­ga­ni­siert die Stadtbibliothek  un­ter­schied­liche Ver­an­stal­tun­gen und bietet seinen Nutzern einen Zu­gang über acht Com­pu­ter. „Dop­pel­klick – Internet für Se­nio­ren“ bei­spiels­weise, ist ein Treffpunkt jeweils montags von 10 bis 12 Uhr, bei dem die Se­ni­o­ren frei im Netz surfen können und von ehrenamtlichen Helfern be­ra­ten werden.

Mittler­weile habe sich „he­raus­kris­tal­li­siert“, dass nicht alle Senio­ren, die vorbeikommen, Hilfe brau­chen, berichtet Renata Schmidt, Mit­arbeiterin der Stadt­bib­lio­thek. Für die meis­ten sei wichtig: „Ich kann da surfen und jederzeit bei Pro­ble­men nach­fragen.“ Eine „Kin­der­siche­rung“ im Brow­ser schützt vor zwie­lich­ti­gen Web­seiten, er­klärt Schmidt. „Es ist ein offenes An­ge­bot – ein Treffpunkt und kein Kurs“, betont die Mit­ar­bei­terin der Bib­lio­thek. „Wich­tig ist nur, dass die Senio­ren grund­le­gende Kennt­nis­se im In­ter­net ha­ben.“

Der Wunsch nach solch einem Treffpunkt war im Jahr 2000 ent­standen, berichtet Schmidt: Die Stadt­bib­liothek hatte mit der Uni­versität des Dritten Lebens­alters (UDL) eine Infor­ma­tions­woche zum Thema Inter­net und Senio­ren or­ga­ni­siert. Viele Mit­glie­der der UDL und Besucher der Ver­an­stal­tung hätten einen Be­darf für eine Anlaufstelle ge­äu­ßert. Mitt­ler­weile man­gelt es an eh­ren­amt­lichen Hel­fern, sagt Schmidt.

„Ich komme eigentlich jeden Tag“, sagt ein 65-jähriger Nutzer. Ledig­lich montags ist der Zu­gang für Senioren gratis. Doch für den ehemaligen Zahnarzt ist es eine Mög­lichkeit, sicher und anonym im Netz zu surfen: „Ich bin nicht bei Facebook, habe kein Twit­ter.“ Aber er liest und schreibt E-Mails, re­cher­chiert zu be­stimm­ten Themen oder Begriffen mit der Such­maschine Google.

Darlene Gruschewsky freut sich über die Möglichkeit, montags gratis surfen zu können, und speichert die Seiten, die sie in­te­res­sieren, auf dem USB-Stick und liest sie zu Hause in Ruhe. Die acht Plätze an den Com­pu­tern sind meistens voll besetzt, sagt Schmidt.

bl

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