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Hilfe für Fledermäuse und Mauersegler

Aktion von EAM und BUND Hilfe für Fledermäuse und Mauersegler

Nistkästen für Fledermäuse und Mauersegler werden am Gebäude der EAM an der Wendenstraße in Göttingen angebracht. Der Ökostromanbieter will damit einen Beitrag zur Sicherung der heimischen Artenvielfalt leisten.

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Quelle: Kracht

Göttingen. Beratend tätig ist bei der Aktion die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Koordinatorin Ricarda Prüßner erklärte am Montag: „Durch die zunehmende Modernisierung und den Ausbau von Wohnhäusern bei gleichzeitigem Rückgang von natürlichen Lebensräumen ist es außerordentlich wichtig, zusätzliche Nistmöglichkeiten, etwa für Gebäude bewohnende Vögel und Fledermäuse zu schaffen.“ 

In ihren natürlichen Lebensräumen nutzen die Tiere Höhlen, Nischen und Spalten. Die Nistkästen sind diesen Idealbedingungen nachempfunden.  Die quaderförmigen Nistkästen für Mauersegler haben drei Öffnungen, in die die Vögel von vorne hineinfliegen können. In dem Kasten können sie brüten und sogenannte Kolonien bilden. „Möglicherweise benutzen auch ein paar Haussperlinge den Kasten, die haben ähnliche Vorlieben“, sagte Prüßner. Am Nistkasten für Fledermäuse, auf dem die Silhouette des Tieres eingeprägt ist, liegt der Eingang dagegen unten und ist sehr eng.

„Fledermäuse fliegen lieber von unten hinein und spüren gern die Wände vorne und hinten“, erläuterte die Expertin vom BUND. Göttingens Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne), lobte die Aktion als „vorbildliche Maßnahme“. Die EAM als Naturstromanbieter und kommunales Unternehmen "rundet wieder alles ab". Zudem ermunterte er den BUND, der Stadt Göttingen Gebäude vorzuschlagen, die ebenfalls für die Montierung von Nistkästen in Frage kommen.  Armin Schülbe, Leiter der Netzregion Nord der EAM, sagte: „Ich freue mich sehr, dass wir in der Innenstadt Göttingens mit der Montage der Nistkästen bereits das zweite Projekt auf unserem Grundstück unterstützen können.“ 

Denn der Vorgarten der EAM-Schaltstation steht seit 2016 für ein offenes Gartenprojekt zur Verfügung. „Früher war dort nur Gestrüpp. Das bot natürlich auch eine Behausung für diverse Tiere, aber schön sah es nicht aus“, erzählte Schülbe von den Anfängen des Projekts. Die EAM tat sich daraufhin mit der Initiative „Göttinger Nährboden“ zusammen, die in der Nachbarschaft Flyer verteilte und die Menschen zum gemeinsamen Gärtnern aufrief. So wachsen vor dem Haus mittlerweile Blumen, Kräuter und unterschiedliche Gemüsesorten. Heike Fischer, die sich mehrmals die Woche um den Garten kümmert, ist begeistert vom sogenannten Albanigärtchen: „Der Garten ist ein Kommunikationsraum. Kaum bin ich hier, sprechen mich Leute von der Straße an, geben Tipps und fragen nach meinen Methoden.“ Noch ein Projekt hat die EAM in Aussicht: Sie will den Platz vor ihrem Gebäude für einen „offenen Kühlschrank“ zur Verfügung stellen. In diesen kann man frische Lebensmittel legen, die man selbst nicht mehr aufbrauchen kann, die andere aber noch verwenden können. gb

Aussehen: Die Tiere sind schwalbenähnlich, aber größer. Die Flügel sind lang im Vergleich zum Körper, der Schwanz relativ kurz und gegabelt. Das Gefieder ist ruß- bis bräunlichschwarz mit Ausnahme des grauweißen Kehlfleck.

Lebensraum: Von Anfang Mai bis Anfang August hält der Mauersegler sich in Mitteleuropa auf, den Winter verbringt er in Afrika, meist südlich des Äquators. Er brütet hauptsächlich an mehrstöckigen Gebäuden aus Stein,  zum Beispiel Wohnhäusern, Kirchtürmen, Fabrikgebäude oder Bahnhöfen. Dort nutzt er Hohlräume unter Dächern und Traufen.

Nahrung: Mauersegler sind Luftjäger und ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen.

Nestbau: Mauersegler fühlen sich in dunklen, horizontalen Hohlräumen wohl. Nistmaterial sammeln beide Partner im Flug.

Brut: Meist legt der Mauersegler  in der zweiten Maihälfte zwei bis drei Eier. Die Nestlingszeit liegt durchschnittlich bei 40 Tagen.

Besonderheit: Außerhalb der Brutzeit hält der Mauersegler sich für etwa zehn Monate nahezu ohne Unterbrechung in der Luft auf.

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