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Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen wird 2016 geschlossen

Entscheidungsrunde mit Tränen Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen wird 2016 geschlossen

Es bleibt dabei, und jetzt gehen auch die Schule und Eltern diesen Weg mit: Die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) wird geschlossen. Der Landkreis Göttingen gibt den Haupt- und Realschulstandort Adelebsen endgültig auf. Schon im nächsten Jahr werden keine Schüler mehr aufgenommen, 2016 soll endgültig Schluss sein.

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Ein letztes Aufbäumen: Vor der entscheidenden Sitzung demonstrieren Schüler und Eltern gegen die Schließung ihrer Schule.

Quelle: Theodoro da Silva

Adelebsen. Dann haben die jetzigen Neunt- und Zehntklässler sowie Achtklässler der Hauptschule  ihre Abschlüsse erreicht. Die verbleibenden Schüler müssen auf eine andere Schule wechseln.

Auf diesen zeitliche Kompromiss hat sich der Schulvorstand am Mittwochabend, 8. Oktober, mit Kreisschuldezernent Marcel Riethig geeinigt – einstimmig, betonen die Beteiligten. Die Kreisverwaltung wollte die ASS eigentlich im nächsten Jahr schließen. Auch dagegen hatten vor der Sitzung Schüler und Eltern protestiert.

Es gab Tränen, traurige Gesichter, Frust und auch erstickte Wut, berichten Teilnehmer. „Aber es war ein sachliches und gutes Gespräch“, sagt Melanie Nolte, eine der Elternvertreter im Schulvorstand. Dabei seien alle Möglichkeiten abgewogen worden, ergänzt Schulleiter Rainer Glahe. Das Ergebnis sei „sehr bedauerlich, auch für das Kollegium“. Aber es gebe wohl keinen anderen Weg – die Adelebser Eltern hätten es in der Mehrheit selbst so gewollt.

Das sagt auch Riethig. Denn seit Jahren seien immer weniger Schüler an der ASS angemeldet worden – für das laufende Schuljahr nur drei Kinder. Damit sei die jetzige Entscheidung programmiert gewesen, den Kompromissvorschlag des Schulvorstandes trage die Kreisverwaltung gerne mit. Stimmt auch der Kreistag zu, wird die ASS demnach im Sommer 2016 geschlossen.

Verbleibende Schüler

Von zurzeit 73 Schülern könnten dann noch 31 ihren Abschluss an der ASS erreichen. Die Eltern der verbleibenden Schüler könnten frei entscheiden, an welche Schule ihre Kinder wechseln sollen. Viele hätten bereits den Wunsch geäußert, im Klassenverband an die Oberschule in Dransfeld zu wechseln, so Riethig.

Das Ende war absehbar, auch wenn die Schule immer wieder mit neuen Profilen und Werbeaktionen versuchte, dem Anmeldeschwund entgegen zu steuern. „Jetzt geben wir uns geschlagen“, sagte Glahe auch im Namen seiner Kollegen. Eine kleine Schule mit einer sehr individuellen Betreuung der Schüler sei zwar wertvoll.

Es sei pädagogisch aber kaum noch vertretbar, wenn eine kleine Schule mit entsprechend wenig Lehrern viele wichtige Fächer gar nicht mehr anbieten könne. Der Vorsitzende des Kreiselternrates, Michael Schneider, bedauerte die Entwicklung in Adelebsen. Grundsätzlich unterstütze das Gremium aber die Entscheidung der Schule und Eltern. „Wir erwarten aber eine längst überfällige vernünftige Schulentwicklungsplanung des Landkreises“, fügte er an.

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Kinder, Jugendliche und ihre Eltern kämpfen mit viel Lärm und Transparenten um ihre Schule in Adelebsen.

Knapp 100 Schüler und Eltern haben am Mittwochabend, 8. Oktober, gegen die drohende Schließung der Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen demonstriert. Den Teilnehmern gegenüber bestätigte Schuldezernent Marcel Riethig erstmals offiziell, dass der Landkreis Göttingen die Haupt- und Realschule gerne auslaufen lassen würde.

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