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Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen wird geschlossen

Nach 48 Jahren Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen wird geschlossen

In einer Woche schließt die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) für immer ihre Türen. Der Landkreis Göttingen gibt die Haupt- und Realschule in Adelebsen auf. Am Dienstag haben Lehrer, Schüler und Ehemalige gemeinsam getrauert und sich an 48 Jahre ASS erinnert.

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Trauer auch bei ehemaligen Rektoren- und Konrektoren: Wolfgang Düker, Gertrud Müller und Rainer Glahe (v.l.) – und ein Danke an der Tür.

Quelle: Schubert

Adelebsen. „Aus. Vorbei! Wir sind sehr traurig... .“ Es sind nur wenige Worte, die in großen Buchstaben auf der Tafel in der Aula so treffend ausdrücken, was viele an diesem Tag fühlen. „Ich habe diese Schule mit aufgebaut, das tut jetzt richtig weh“, sagt Gertrud Müller. Vor mehr als 40 Jahren hat sie an der ASS gearbeitet, zeitweise als Konrektorin. Neben ihr steht Rainer Glahe, der die Tränen nach 30 Jahren als Lehrer an dieser Schule und als ihr letzter Rektor nur mühsam unterdrücken kann. Er tut es tapfer und lächelt. Vor allem dann, wenn wieder ehemalige Schüler vor ihm stehen, die er viele Jahre nicht gesehen hat und jetzt einfach „Hallo“ sagen. Glücklich, ihren alten Lehrer zu treffen, unglücklich darüber, dass es ihre Schule einfach nicht mehr gibt.

 
Es sind viele, die für zwei Stunden bei Kaffee, Kuchen und Saft am Dienstag noch einmal durch die Gänge schlendern, ihre alte Klasse besichtigen und mit ehemaligen Lehrern plaudern. „Ich war bestimmt 30 Jahre nicht mehr hier“, sagt Axel Schmidt. „Eine Katastrophe“ sei es, dass es im Flecken noch nicht einmal mehr eine Haupt- und Realschule geben wird. Eine Schule, die 1967 in einem neu gebauten Schulzentrum als Hauptschule mit eigener Schwimmhalle und mehr als 700 Schülern begonnen hat. Deren Lehrer aber auch schon 1988 registrieren mussten, dass die Schülerzahl sinkt. Am Ende kapitulierte der Landkreis als Schulträger vor nur noch zwölf Schülern, die für die fünfte Klasse nach den Sommerferien angemeldet wurden. Im vergangenen Jahr hatten Eltern und Lehrer heftig um ihre ASS gekämpft – vergeblich. Die letzten Lehrer und das weitere Personal seien gut untergekommen, sagt Glahe. Die 52 letzten Schüler haben die Schule nach der zehnten Klasse verlassen oder wechseln zu einer anderen Schule. „Das ist echt schade“, sagt  der 14-jährige Norick. Er sieht es aber auch positiv, dass er die 10. Klasse nach den Ferien „mal an einer größeren Schule“ in Göttingen beenden kann. „Man kann sich gar nicht vorstellen, was jetzt aus dem großen Gebäude werden soll“, sinniert Melanie Haas, während die Ex-Schülerin alte Bilder in der Aula anschaut. Das weiß auch der Landkreis noch nicht.

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