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Alkohol bleibt in Göttinger Nikolaistraße erlaubt

Kein massiver Anstieg von Straftaten Alkohol bleibt in Göttinger Nikolaistraße erlaubt

In Göttingens Party-Meile darf weiterhin rund um die Uhr auf der Straße Alkohol getrunken werden. Nach Ansicht der Stadtverwaltung und einer politischen Mehrheit im Rat gibt es keine stichhaltigen Gründe, ein früheres Alkoholverbot im Bereich der Nikolaistraße zu reaktivieren.

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Zu Zeiten des Verbotes angebrachtes Schild in der Nikolaistrasse.

Quelle: Heller (Symbolfoto)

Göttingen. Entgegen Vermutungen der Anwohner habe es bisher kaum mehr Straftaten und andere messbare Missstände gegeben, seit das Verbot Anfang 2014 aufgehoben wurde. Das sehen die Anwohner anders: „Es wird immer schlimmer“, klagte ein Bewohner am Dienstag im Ratsausschuss für allgemeine Angelegenheiten.

Vor allem habe sich die alkoholbedingte Randale auf die Zeit von 2 Uhr nachts bis zum Morgengrauen verlagert, „dann wird hemmungslos gegrölt, uriniert, gekotzt und randaliert“.

Die Zahlen von Polizei und Stadtverwaltung bestätigten eine Zunahme der Missstände nicht, sagte Ordnungsamtsleiter Manfred Kuhlmann. In diesem Jahr habe es von drei Anwohnern fünf Beschwerden im Umfeld der 13 Gaststättenbetriebe in diesem Bereich gegeben. Die Polizei habe bis Ende September 44 Straftaten registriert, 38 seien es bis dahin im vergangenen Jahr gewesen – trotz des Alkoholverbotes.

Kein neues Alkoholverbot empfohlen

Häufigste Vergehen waren Diebstahl (in beiden Jahren 11), Körperverletzung (jeweils 10), gefährliche Körperverletzung (8/5) und Sachbeschädigungen (5/2). Zum Vergleich: 2011 – vor dem Alkoholverbot  – habe es im ganzen Jahr 119 Straftaten gegeben.

Vor diesem Hintergrund empfehle die Verwaltung kein neues Alkoholverbot, so Kuhlmann. Frank-Peter Arndt (SPD) wertete die Entwicklung gar als „erfreulich“, und nur diese harten Fakten zählten. Gegen schlechtes Benehmen wie Urinieren könne nur schwer vorgegangen werde, „das ist so und das ist leider auch menschlich“. Auch die Grünen lehnten ein erneutes Alkoholverbot ab.

Für ein Verbot hatte sich im Ausschuss die CDU/FDP-Gruppe stark gemacht: „Wessen Lebensqualität würden wir damit denn verschlechtern?“, fragte Wilhelm Gerhardy. Auf jeden Fall würde es die Wohnqualität der Anwohner verbessern.

Von Mai 2012 bis Ende 2013 durfte an Wochenenden zwischen 0 und 8 Uhr in der Nikolaistraße und am Nikolaikirchhof im Freien kein Alkohol getrunken werden. Dann wurde die Verordnung vom Rat gekippt.

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Ende 2013 ist das Alkoholverbot in der Nikolaistraße vom Stadtrat gekippt worden – jetzt gibt es wieder Beschwerden von Anwohnern wegen lärmender und randalierender Partygänger. Auch der Vandalismus habe zugenommen, sagt ein Anlieger, der aus Angst seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er und andere Anwohner fordern daher, das Alkoholverbot in der Nikolaistraße wieder einzuführen.

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