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Als vor 25 Jahren der Zaun fiel

Vier Dörfer feiern Grenzöffnung bei Vogelsang Als vor 25 Jahren der Zaun fiel

Wenn Horst Fädrich von dieser Nacht erzählt, von „diesen Emotionen, die man nie vergisst“, dann kommen ihm Tränen. Tränen der Freude und Dankbarkeit.

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Vor 25 Jahren in Vogelsang: Warten auf den Zaun-Durchbruch.

Quelle: EF

Bremke. Er hat sie miterlebt, die Ereignisse vor 25 Jahren, als sich für die Menschen in seinem Heimatort Bremke, in Vogelsang und für die Nachbarn auf der anderen Seite in Siemerode das Leben änderte: Am 8. Dezember 1989 öffnet sich auf dem Feld hinter der abgeschnittenen Straße bei Vogelsang der Zaun, der Deutschland auch hier trennte. Freude strahlend fallen sich die Menschen hüben und drüben in die Arme, dann marschieren sie westwärts nach Bremke.

In Berlin und Helmstedt war die Mauer schon gefallen. Tagelang hatten Fädrich als Ortsbürgermeister von Bremke, der damalige Gleichener Gemeindedirektor Herbert Becker und andere darauf hingearbeitet, auch zwischen Bremke und Siemerode den Zaun zu öffnen.

„Ich hatte mir einen dauerhaften Passierschein für die Grenze besorgt“, so Fädrich, „den wollte manch Grenzer erst gar nicht akzeptieren“. Am 7. Dezember wird Werner Henning Landrat in Heiligenstadt (und ist es bis heute). Becker, Pfarrer Wehner und andere telefonieren mit ihm einen Tag später und Henning übernimmt die politische Verantwortung für den Zaun-Durchbruch bei Vogelsang. Um 17 Uhr drängen sich die Menschen auf beiden Seiten, „aber ein junger Offizier stellte sich quer“, erinnert sich Fädrich. „Dann war plötzlich der verantwortliche Oberstleutnant Schuchardt da und gab den Befehl: sofort aufschrauben!“

Zwei Tage später feiern etwa 10 000 Menschen die Grenzöffnung bei Vogelsang. Eine Feier, an die die Dörfer drumherum 25 Jahre später unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ anknüpfen. Organisiert wird die Veranstaltung am Freitag, 12. Dezember, von den Ortsräten und Feuerwehren aus Bremke, Bischhausen, Siemerode und Bischhagen. 

Das Fest beginnt um 18 Uhr in Vogelsang mit einem Fackelmarsch nach Siemerode. Dort folgt um 19 Uhr in der Kirche eine ökumenische Andacht, anschließend ein „geselliges Fest“ im Gemeinschaftshaus. Um 17.30 Uhr startet ein Fahrdienst von dort nach Vogelsang. Unterdessen sucht Fädrich weitere Fotos von den Ereignissen damals – Telefon 05592/800.

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