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Altbauabriss schafft Platz für Neubauten

Stadt unterstützt die Erneuerung des Gebäudebestands Altbauabriss schafft Platz für Neubauten

Göttingen setzt auf die innere Stadtentwicklung. So steht es im Leitbild und im neuen Flächennutzungsplan. Nicht mehr benötigte Gewerbeimmobilien sollen Wohnhäusern weichen. Der Abriss und Neubau von Wohnhäusern führe dagegen aufgrund der Verdichtung zum Teil zu Problemen.

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Quelle: CH (Symbolbild)

Göttingen. Bei jeder zehnten Wohnung in Deutschland sind Abriss und Neubau wirtschaftlich sinnvoller als eine Sanierung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kieler Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen und des hannoverschen Pestel-Instituts. 1,8 Millionen heruntergekommene Wohnhäuser bundesweit ließen sich durch 3,5 Millionen neuen Wohnungen ersetzen, heißt es dort. Sie wären zudem energieeffizient und könnten seniorengerecht gebaut werden.

„Die Stadt unterstützt grundsätzlich die Erneuerung des Gebäudesbestandes“, sagt dazu der städtische Pressesprecher Detlef Johannson. Allerdings müssten städtebaulich wichtige Ensembles wie etwa das Gründerzeitquartier in der Südstadt erhalten werden. Auch sei der Denkmalschutz zu beachten. Die mit Neubauten oft verbundene Wohnverdichtung könne zu Problemen führen. Die Straßen seien für den erhöhten Verkehr nicht immer ausgelegt. Zusätzliche Stellplätze fehlten häufig.

Aber ist wirklich jedes zehnte Haus in Göttingen so heruntergekommen, dass es nur abgerissen werden kann? Die Stadt, so Johannson, verfüge über kein Kataster, das Alter und Sanierungsstand der Gebäude erfasse. Es gebe jedoch zu den Gebäudealtersgruppen Informationen. In einzelnen Stadtvierteln habe die Verwaltung im Zuge von Voruntersuchungen für Sanierungsgebiete den Sanierungsstand erfasst, allerdings nicht flächendeckend. „Wir sind fast immer auf die Auskunft der Eigentümer angewiesen“, so Johannson.

„Wir haben vor einigen Jahren Im Hassel in Weende Altbauten abgerissen“, berichtet Heike Klankwarth, Vorstand der Göttinger Volksheimstätte. Eine Sanierung habe sich nicht gelohnt. „Weil es keine Keller gab, waren die Wohnungen im Erdgeschoss feucht“, sagt Klankwarth. Die Wohnungen seien zu klein, die Grundrisse nicht mehr marktgerecht gewesen. Ein weiteres Projekt dieser Art werde es jedoch mittelfristig nicht wieder geben.

„Die Kettenbagger-Sanierung ist bei uns an der Tagesordnung“, sagt der Obermeister der Bau-Innung Südniedersachsen, Christian Frölich. Bei vielen Häuser, die in den 50er- bis 70er-Jahren entstanden seien, empfehle sich tatsächlich ein Abriss. „Die Außenwände sind zu dünn, die Grundrisse zu kleinteilig, die Grundstücke für heutige Bedürfnisse oft zu groß“, so der Rosdorfer Bauunternehmer. Ein – lösbares – Problem beim Abriss stelle die Entsorgung des oft asbesthaltigen Abbruchmaterials dar. Unangenehme Überraschungen könne es bei den Grenzabständen geben. Ältere Häuser ständen oft, nach heutiger Rechtslage, zu dicht an der Grundstücksgrenze. Neubauten müssten die Abstände dann einhalten.

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