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Alte Trecker fahren ist „wie Cabrio-Fahren“

Fahr-Parcour mit Milchkanne und Kette Alte Trecker fahren ist „wie Cabrio-Fahren“

Wenn ihre Dieselmotoren so tief und gleichmäßig tuckern, die langgezogene schmale Haube mal zittert und mal wahre Sprünge macht und die großen Hinterräder durch ihr starkes Profil selbst im Vorwärtsgang rückwärts zu drehen scheinen, dann wirkt alles wie in Zeitlupe.

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Ein Familienspaß: Alte Trecker und Wettkämpfe auf einem Acker im Norden von Holtensen.

Quelle: Heller

Auch die Gäste stehen lange staunend am Wettkampf-Feld oder begutachten jedes Detail der tuckernden Gefährten: 62 Trecker-Oldies prägten das erste Treckertreffen der Oldtimer-Freunde Holtensen an diesem Wochenende. 29 Besitzer und Fahrer alter Zugmaschinen wagten sich auf einen Rennparcours mit ungewöhnlichen Disziplinen. Und Fans kleiner Kraftmaschinen konnten auch noch ferngelenkte Lkw- und Trecker-Modelle sehen.

Auf den Querfurchen schaukelt der Anhänger mächtig. Wasser spritzt hoch hinaus und Frank-Olaf Windel nimmt noch ein wenig Gas weg. „Langsam fahren, dafür Wasser sparen“, lautet seine Strategie. Andere geben Vollgas, um eine bessere Zeit herauszuholen, riskieren dabei aber einen höheren Wasserverlust. Die erste Disziplin in der Wettkampfbahn: Mit ihren alten Treckern müssen die Teilnehmer einen Anhänger über einen Acker ziehen, auf dem eine volle Milchkanne steht. Es muss so viel Wasser drin bleiben wie möglich. Windel schafft eine Resthöhe von 22,5 Zentimeterin der Kanne – kein schlechter lauf. Top ist er beim Ziel-Stop: Er parkt seinen alten Güldner G25 mit einem Plastikbecher auf der Haube exakt unter dem Ziel-Lot – das schaffen nur wenige. An anderen Stationen müssen die Treckerfahrer eine angehängte Eisenkette durch vor- und zurückfahren in ein kleines Feld legen und einen exakten Zirkelkreis um einen losen Pfeiler fahren. „Das macht richtig Spaß“, sagt Frank Herwig aus Holtensen und meint damit auch seinen Hanomag Granit von 1969. Den fährt er „einfach aus Lust und Freude – das ist wie Cabrio-Fahren“.

Einer der Stars in der langen Treckerreihe auf dem Schauplatz ist der Schweizer Bergtraktor von Michael Wille aus Lenglern – mit vier Rädern und einer außen entlang laufenden Welle für die Hinterräder. Auch der Minitrecker Holder A15 in der Größe eines Aufsitzmähers von Christian Halm fällt auf zwischen den größeren Brüdern. Und immer wieder bleiben Besucher stehen und Fachsimpeln über Trecker und Landwirtschaft. Mark Schricke von den Oldtimer-Freunden Holtenser ist am Sonntagabend vom ersten Trecker-Treff seiner Gruppe so begeistert, dass schon fürs nächste Jahr geplant wird. Und das Turnier gewinnt am Ende Wolfgang Voigt aus Esebeck – auf einem alten Porsche-Trecker vom Typ „Super“.

Von Ulrich Schubert

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