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Neubauten auf der "Insellage"

Am Bismarckstein: Anwohner sehen Biotop in Gefahr Neubauten auf der "Insellage"

Im Ostviertel regt sich Widerstand: Gegen Pläne der Stadtverwaltung, auf einer mehr als zwei Hektar großen Grünlandfläche an der Straße Am Bismarckstein Bauland vorzuhalten, sammeln Anwohner Unterschriften und haben eine Online-Petition gestartet.

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Quelle: mib

Göttingen. Anwohnerin Petra Bohle und inzwischen mehr als 300 Unterzeichner der Online-Petition und aus der Nachbarschaft fürchten, dass mit der im kommenden Jahr anstehenden Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes (FNP) der „einzigartige Landschaftsabschnitt mit seiner Artenvielfalt“ verloren geht. Das Biotop zwischen B 27, Herzberger Landstraße und Habichtsweg, das sich direkt vor Bohles Haustür befindet, gehöre zum Landschaftsschutzgebiet Leinetal (LSG), sagt Bohle. Zaunkönig oder Zilpzalp, Ringelnatter oder Marder, Orchideen oder Enzian seien dort etwa zuhause. Durch die FNP-Änderung zum Bauland würden „unwiederbringlich seltene Arten der Tier- und Pflanzenwelt“ vernichtet. Auch Göttinger Umweltverbände wie die Biologische Schutzgemeinschaft oder der BUND lehnen „mit Nachdruck“ eine Bebauung ab, das Landschaftsbild würde „unwiderruflich stark beeinträchtigt“. Das Grünland sei für den Naturschutz von hoher Bedeutung und müsste weiterhin als solches genutzt werden. Trotz vorgebrachter Bedenken hält die Verwaltung daran fest, die Fläche aus dem Landschaftsschutz zu entlassen. Die bauliche Entwicklung der Fläche wird aber – so geht es aus dem Protokoll zur Bauausschusssitzung vom 4. August hervor - wegen ihrer „Insellage“ als problematisch eingeschätzt. Als Reservefläche für bis zu 60 Einfamilien- und Reihenhäuser soll sie aber vorgehalten werden. Eigentümer der Fläche ist Hans-Rudolf Kurth. Der Göttinger Investor hält sie für den Wohnungsbau für sehr geeignet – auch wegen ihrer Nähe zu den großen Arbeitgebern, wie etwa Klinikum oder Nord-Uni. Das komme der Forderung aus der Politik nach einer „Stadt der kurzen Wege“ entgegen. Über die Tresckowallee und die Bundesstraße 27 im nahegelegenen Luttertal ließe sich das Gebiet gut an den Verkehr anbinden. Kurth betont, dass die Entscheidung über die Zukunft der Fläche nun in der Hand von Verwaltung und Politik liege. Bis zum Ende der Auslegung des FNP-Entwurfes sind nach Johannsons Angaben bei der Verwaltung rund 70 Stellungnahmen eingegangen, auch Bohles Online-Petition werde wie eine förmliche Eingabe behandelt. „Mit denen beschäftigen wir uns intensiv, um die Ergebnisse des Auslegungsverfahrens mit Stellungnahmen der Verwaltung in den gewählten Gremien öffentlich diskutieren zu können“, erläutert er. Das Verfahren erreiche deshalb voraussichtlich noch in diesem Jahr wieder die städtischen Gremien – zunächst den Bauausschuss und die Ortsräte. Die Abschlussentscheidung des Rates zum FNP und zur vorgeschlagenen Änderung der Verordnung für die Landschaftsschutzgebiete sei aber erst 2017 zu erwarten, so Johannson.

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