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Amtsgericht Göttingen: Angeklagter hält Urteil für "sehr sinnvoll"

Nach Brandstiftung in Schönhagen Amtsgericht Göttingen: Angeklagter hält Urteil für "sehr sinnvoll"

In seinen Worten vor dem Urteil zeigte der Angeklagte Einsicht: Er halte die beantragte Unterbringung in eine Entziehungsanstalt für "sehr sinnvoll". So kam es: Wegen Brandstiftung und Diebstahls in je zwei Fällen hat das Landgericht den 33-Jährigen zu 33 Monaten Haft sowie zum Entzug verurteilt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Uslar. Der Mann ist seit 18 Jahren von Alkohol und Cannabis abhängig. Außer durch eine Beleidigung ist er nie strafrechtlich aufgefallen. Am 23. August und am 27. Dezember 2014 war er jeweils in leerstehende Wohnhäuser in seiner Straße im Uslarer Stadtteil Schönhagen eingedrungen, hatte jeweils eine Säge gestohlen und in beiden Fällen Feuer gelegt. Die Einbruchdiebstähle hat er zugegeben, die Brandstiftungen bestritt er zumindest nicht. In beiden Fällen war er betrunken und stand wohl auch unter Drogeneinfluss. Seine Schuldfähigkeit sei jeweils erheblich vermindert gewesen, sagte ein psychiatrischer Sachverständiger.

In einem Fall hatten alle Beteiligten riesiges Glück: Der Täter hatte in allen Etagen Brandbeschleuniger ausgekippt. Nur weil die Feuerwehr sehr schnell eingriff, konnte ein Vollbrand verhindert werden. Dennoch entstand Schaden in Höhe von rund 120 000 Euro.

Rechtliche Probleme hatte das Gericht bei dem Feuer, das auf ein bewohntes Nachbarhaus überzuspringen drohte. Hier hätte gefährliche Brandstiftung ausgeurteilt werden müssen, falls Flammen tatsächlich übergesprungen wären. Der Schaden im Nachbarhaus entstand aber nur durch Löschwasser, nicht durch Feuer. So blieb es in beiden Fällen bei einfacher Brandstiftung. Zwei Jahre und neun Monate sowie Unterbringung verhängte das Gericht. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. Wenn er seine Therapie sofort beginnt, wird der 33-Jährige nach der Entziehungsanstalt wohl nicht mehr ins Gefängnis müssen.

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