Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
„An Tagen wie diesen…“

Tageblatt-Wochenendkolumne „An Tagen wie diesen…“

„An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit…“ was für eine schöne Textzeile, passend für das, was gerade in vielen Rathäusern stattfindet. Es ist die Zeit der Abschiede.

Voriger Artikel
Start der Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“
Nächster Artikel
Erster Bohrkopf für Göttinger Klinikkanal angeliefert und getauft

Chefredakteur und Geschäftsführer des Göttinger Tageblatts: Uwe Graells.

Quelle: Hinzmann

Wolfgang Meyer, Heidrun Bäcker, Harald Grahovac – sie alle sind am heutigen Sonnabend wie etliche andere ehemalige Kollegen auf den Chefsesseln in den Rathäusern seit ein paar Stunden Ruheständler. Bleiben wir doch mal bei der Textzeile der Toten Hosen und dem Wunsch nach der Unendlichkeit. Und überhaupt bei Musik. Göttingens Ex-OB Meyer hat es bei seiner Verabschiedung offen gesagt. „Lieber Rockmusik als gediegene Streicher zwischen Buchsbäumen“, hat Meyer begründet, warum eine Rockformation seine Verabschiedungsfeier begleitet hat. Nun hat nicht jeder ehemalige Bürgermeister Zugriff auf eine Band namens „Rathausrocker“. Aber Musik geht bei allen.

Die „Ehemaligen“ gehören mehr oder weniger der 68er-Generation oder den frühen 70ern an. Stones, Beatles, Jimi Hendrix, Janis  Joplin – das waren ihre Helden. Und vielleicht sucht der ein oder andere frischgebackene Pensionär an Tagen wie diesen Halt in seiner alten Schallplattensammlung, schwelgt in Erinnerungen an die eigene Sturm- und Drangzeit. Wie wäre es zum Beispiel mit The Who und „My Generation“? „Versucht nicht alles zu verstehen, was wir sagen“, lautet eine Textzeile. Das könnte auch erklären, warum sich Meyer bei seiner Feier „Horse with no name“ von America gewünscht hat. „Ich ritt durch die Wüste auf einem namenlosen Pferd“, so der eingedeutschte Gesang. Aha!

Die Beatles versteht jeder. „Help“. Oder noch besser „Yesterday“. „Gestern schienen all meine Probleme so weit weg zu sein“, texteten Lennon und McCartney. Und weiter: „Plötzlich bin ich nicht mal mehr zur Hälfte der, der ich früher war.“ Keine Sorge, liebe Pensionäre. Das Leben geht weiter. Vielleicht wünscht sich Heidrun Bäcker ja auch ein Geschenk, so wie Janis Joplin vom lieben Gott. Einfach einen Mercedes Benz, weil ihre Freunde alle einen Porsche fahren, sang die Blues-Lady im Oktober 1970.

Womit wir bei den Nachfolgern wären. Rolf-Georg Köhler dürfte auch noch die ein oder andere Vinyl-Scheibe im Regal haben. Am Montag beginnt sein neuer Mammut-Job als Göttinger OB. Vielleicht nutzt er die paar Stunden bis zum Amtsantritt mit etwas Mucke von Joe Cocker, zum Beispiel „With a little help from my friends“. Könnte passen.

Sören Steinberg hingegen ist gerade 35 geworden und wird es als Nachfolger von Harald Grahovac in Rosdorf seinem Alter angemessen eher mit den „Toten Hosen“ halten: „An Tagen wie diesen…“ Und das alles geschieht am 1. November, Allerheiligen. Da könnte auch noch was passen: Led Zeppelin, „Stairway to heaven“. Der heutige Kolumnen-Ausflug in die Welt der Rock-Heroen kann nur mit den „Doors“ schließen. Richtig. „The End“.

Von Uwe Graells

Den Autor erreichen Sie per E-Mail: redaktion@goettinger-tageblatt.de.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“