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Angepöbelt, belästigt, attackiert

Kündigung der Dance-Company Angepöbelt, belästigt, attackiert

Eltern atmen auf: Von heute an trainiert die Dance-Company nicht mehr in der Musa. In der Musa stöhnt man auf: Die von den Hip-Hop-Tänzern angemieteten Räume stehen leer, weil Eltern und Vereinsführung der Weg der Kinder in das Kultur- und Veranstaltungszentrum in der Weststadt zu gefährlich geworden ist.

Am Mittwoch befassen sich Weststadtkonferenz, Vertreter von Rat und Verwaltung sowie das Präventionsteam der Polizei im Krisengespräch mit dem Fall.

Grund für die Aufregung: Seit Monaten werden Teilnehmer der Hip-Hop-Kurse immer wieder von einer Gruppe von acht bis zehn Jugendlichen aus der Weststadt drangsaliert. Das kam vergangene Woche bei der Innenstadt-Jugendkonferenz auf den Tisch.Wenn die Kinder, meist Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren, das Training verlassen, werden sie „angepöbelt, belästigt, attackiert“. So ein Vereinsmitglied. Anzeigen, so Gerd Hujahn von der Polizei, habe es bisher nicht gegeben – offenbar aus Angst vor Rache.

Andreas Müller, Vorsitzender der Dance-Company, bestätigt: Die Vorkommnisse seien der Hauptgrund für den Wechsel des Vereins in den Frauen-Fitnessclub Felin in der Innenstadt. Eltern hätten gedrängt, andere hätten ihre Kinder abgemeldet, als sie hörten, wo das Training stattfand. Man habe zum Schluss die Mädchen nach Hause fahren müssen, sagt Müller. Dabei sei man in der Musa „großartig unterstützt“, und mit guten Räumen bedient gewesen.

Bei der problematischen Jugendgruppe soll es sich um am Maschmühlenweg wohnende Kinder aus Flüchtlingsfamilien handeln. Selbst Sicherheitskräften der Musa, die nach ersten Beschwerden eingeschaltet wurden, gelang es nicht, mit den Jungen ins Gespräch zu kommen. Der Polizei indes liegt keine einzige Anzeige vor. Selbst der Kontaktbereichsbeamte Reinhard Tornow habe erst auf Anfrage von den Problemen erfahren.

Die Musa-Leitung schweigt vorerst zu dem Fall; sie will das heutige Gespräch abwarten. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck haben die Vorfälle bereits „aufs Schärfste“ verurteilt. Meyer fordert die Polizei auf, auch ohne Strafanzeige von Amts wegen zu ermitteln.

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