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Angerstein: Kein Platz für große Feiern

Dorfgemeinschaftshaus geschlossen Angerstein: Kein Platz für große Feiern

Das Dorfgemeinschaftshaus Angerstein ist geschlossen. Voraussichtlich bis zum 1. Dezember können die Angersteiner dort nicht mehr feiern. In dem Saalbau, der der Gaststätte „Zum Lindenkrug“ angegliedert ist, sind statische Probleme festgestellt worden.

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Der Saal „Zum Lindenkrug“ ist geschlossen: Der Grund sind statische Probleme.

Quelle: Hinzmann

Auslöser zur Schließung wurde der lang gehegte Plan, das Dorfgemeinschaftshaus wärmer zu machen. Die hohe Decke, unter der bei Festen schwer gemütliche Stimmung aufkommen wollte, sollte zur Verbesserung der Akustik und zur Wärmedämmung abgehängt werden. Voruntersuchungen zu den Bauarbeiten haben bei dem historischen Wirtshaus im Besitz der Fleckengemeinde Mängel bei der Statik offenbar werden lassen.

„Die Angst nach dem Unglück von Bad Reichenhall ließ richtigerweise alle Verantwortlichen zu einer Schließung raten“, nimmt Angersteins Ortsbürgermeister Werner Vollmer (SPD) Stellung. Früher hätten die Zimmerleute einen Dachstuhl nach Erfahrungswerten, aber nicht nach statischen Berechnungen gebaut, erläutert Ingo Weinreich es aus dem Bauamt der Gemeinde. Nun habe ein Statiker den Saalbau überprüft. Das Ergebnis: Die Dachkonstruktion genügt den heutigen Vorgaben nicht.
Für die Angersteiner bedeutet die Schließung Einschränkungen in ihrem Gemeinschaftsleben. Der Saal wird regelmäßig von Vereinen und für private Feiern genutzt. Alternative Räume gebe es nur für bis zu 50 Personen, so Ortsheimatpfleger Eberhard Christ.

Hart getroffen ist das Pächterehepaar Christine und Klaus Fischer. „Wir verdienen unser Geld über den Saal“, sagt sie. Innerhalb von fünf Minuten sei ihnen die Schließung mitgeteilt worden. Alternative Räumlichkeiten seien ihnen nicht angeboten worden. Nun mussten sie private Feiern absagen. Gerade in der Vorweihnachtszeit schlage das für sie heftig zu Buche. Auch die Vereine kämen nicht mehr. Zwar erlasse die Gemeinde ihr den Pachtzins, doch sie habe einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um für die kommenden drei Monate Schadenersatz einzufordern.

Insgesamt 65000 Euro wird die Dachsanierung einschließlich Abhängung kosten, weiß Nörtens Kämmerin Astrid Klinkert-Kittel. Die Abhängung sei in diesem Jahr ohnehin vorgesehen gewesen. Nun will die Verwaltung die Maßnahme teilen. Schnellstmöglich soll die Statik verbessert werden, so dass das Dach auch im Extremfall Wind- und Schneelasten aushält. Damit der Saal bald wieder geöffnet werden kann, soll die Abhängung dann im kommenden Jahr erfolgen.

„Wir konnten es einfach nicht ändern“, sagt Kämmerin Klinkert-Kittel zur Schließung. Sicher sei die Situation für die Pächter hart. Doch die Gemeinde müsse verantwortungsbewusst handeln. Jedes Menschenleben habe hier Vorrang. So geht die Kämmerin auch davon aus, dass es auf jeden Fall eine finanzielle Einigung mit den Pächtern geben werde. Am Dienstag, 28. September, behandelt der Verwaltungsausschuss des Rates der Gemeinde das Thema in nichtöffentlicher Sitzung.

Von Ute Lawrenz

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