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Kreuzbandriss nach Fotos

Prozessauftakt in Göttingen Kreuzbandriss nach Fotos

Wegen eines angeblichen Schubsers und einem darauf folgenden Sturz vom Fahrrad mit fatalen Konsequenzen hat sich ein Student am Mittwoch vor dem Göttinger Amtsgericht verantworten müssen. Der eigentliche Hinterrund: Rechts gegen Links.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Das Opfer nämlich ist mitglied der linksorientierten Göttinger Wohnrauminitiative. Der Angeklagte hingegen ist Mitglied und zudem im rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ aktiv, was am Mittwoch vor dem Gerichtsgebäude und im Verhandlungssaal zu einem großen Aufgebot von Linksaktivisten führte. Am 14. Juli vergangenen Jahres war das Opfer als Fahrradfahrer auf der Theaterstraße unterwegs, als ihm auffiel, dass der Angeklagte mit einem Mitbewohner Graffiti vom Verbindungshaus entfernte.

Davon machte der Radler zwei Fotos. Allerdings zum Unwillen der beiden Verbindungsstudenten: Die liefen über die Straße, stoppten den Fotografen und hielten sein Fahrrad fest. Am Ende stand ein Sturz vom Fahrrad mit dauerhaften Folgen: Der Radler erlitt einen äußerst schmerzhaften Kreuzbandriss, eine verschobene Kniescheibe und einen tiefen Meniskusriss.

So weit ist der Vorgang unstrittig. Nicht aber die Ursache für den Sturz: Während der Angeklagte behauptet, sein Kontrahent sei von sich aus gestürzt, meint das Opfer, er sei geschubst worden. Um darüber zu befinden, hörte das Gericht am Mittwoch einige Zeugen. Das Ergebnis: Einige konnten sich nicht daran erinnern, einen Schubser gesehen zu haben; andere waren sich sicher, dass es keinen gegeben habe. Und der Hausmeister der Verbindung, ebenfalls zur Zeit des Vorfalls an der Straße, konnte sich an überhaupt nichts erinnern, noch nicht einmal an seine eigene halbwegs detaillierte Aussage kurz nach der auseinandersetzung bei der Polizei.

Um den wahren Sachverhalt aufzuklären, muss das Gericht jetzt tiefer in die Beweisaufnahme einsteigen als gedacht. Mitentscheidend soll dabei sein, ob eine Zeugin, die den Sturz selbst gar nicht gesehen hat, mitbekam, auf welche Körperseite der Fahrradfahrer fiel. Weil es darüber widersprüchliche Angaben anderer Zeugen gab, soll auf diese Weise geklärt werden, welche Zeugen die Wahrheit sagen – und welche nicht.

Außerdem kam in der Verhandlung am Mittwoch heraus, dass sich die beiden Kontrahenten bereits aus der Uni kannten. Und das nicht gerade auf freundschaftlicher Grundlage. Das spätere Opfer hatte als Mitglied der Fachschaft Sozialwissenschaften den Angeklagten früher einmal des Raumes verwiesen.

Fortgesetzt wird die Verhandlung am 25. Mai um 12 Uhr im Göttinger Amtsgericht, Saal B15.

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