Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Angst vor Giftködern geht um

Kein Fall in Göttingen Angst vor Giftködern geht um

Täglich  besorgte Anrufe bei der Göttinger Polizei: Unter Hundehaltern geht die Angst vor ausgelegten Giftködern um. Und: Eine Giftköder-Attacke hat sich im Garten einer Hundezüchterin in Katlenburg-Lindau ereignet. Auf dem Grundstück mitten im Ort hat Iris Poppen Fleischbällchen mit Gift gefunden.

Voriger Artikel
Bürgerstiftung veranstaltet Fotowettbewerb mit Bildern aus dem Flecken Bovenden
Nächster Artikel
Göttingen: Buslinie 51 fährt auf Kosten anderer Linien

Gerüchte über Giftköder: Bislang gibt es in Göttingen keinen Fall.

Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. „Darin enthalten war Gift, nämlich so genanntes Schneckenkorn“, bestätigt Northeims Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Das habe der Tierarzt, der Poppens Hund behandelt hatte, herausgefunden. Meldungen über Giftköder, die für Hunde ausgelegt werden, gehen derzeit im Internet massiv um. Dort kursieren auch für Göttingen Fundorte – beispielsweise im Bereich der Leine – und Köderbeschreibungen (mit Rasierklingen). Sogar ein angeblicher Täter mit Fahrrad macht dort die Runde.

Mit dem Northeimer Fall hat das aber nichts zu tun. „In Lindau handelt es sich um eine gezielte Aktion, vermutlich aus dem nahen Umfeld“, so Falkenhain. Die Züchterin von portugiesischen Wasserhunden sei bereits mehrfach Opfer von Schikanen geworden: zerstochene Autoreifen, Bauschaum im Briefkasten oder ein mit Kleber versiegeltes Gartentor nennt die Polizei als Beispiele.

Weitere Giftköder-Fälle sind aus dem Landkreis Northeim nicht bekannt: „Keine aktuellen Fälle“, so Falkenhain. Gleiches gilt – trotz der Welle an Meldungen im Internet – auch für den Landkreis Göttingen. Weder der Polizei noch der Universitäts-Tierklinik sind aktuelle Fälle von Giftködern bekannt.

Täglich Anrufe bei der Polizei

Aber: „Im Lagezentrum der Polizei gehen seit Mitte vergangener Woche täglich Anrufe besorgter Hundehalter ein“, so Polizeisprecher Joachim Lüther. Es seien bereits Polizeistreifen zu gemeldeten Stellen gefahren.  Dennoch: „Wir haben in keinster Weise Hinweise auf tatsächliche Giftköder“.

Ähnliches gilt für die Tierklinik Göttingen: „Meine Erfahrung aus den vergangene 20 Jahren sagt, es gibt immer viel mehr Giftköder-Vermutungen als Fälle“, sagt Stephan Neumann, Professor für Tiermedizin und Leiter der Göttinger Tierklinik. „Wenn Hunde krank werden oder sterben, ohne dass es einen Anlass dafür gibt, denken viele Besitzer erst einmal an Gift“, so Neumann weiter.

Er rät aber auf jeden Fall, bei eindeutigen Symptomen sofort einen Tierarzt aufzusuchen. „Schlappheit, erhebliches Muskelzittern oder Erbrechen“ könnten Anzeichen einer Vergiftung sein. Sollte jemand tatsächlich Giftköder finden, rät Lüther, die Objekte zu sichern und zur Polizei zu bringen. „Wir gehen der Sache dann auf den Grund.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Polizei ermittelt

In Gieboldehausen haben Unbekannte nach derzeitigen Ermittlungen vermutlich in der vergangenen Woche, 24. Juni bis 1. Juli, einen kleinen Mischlingshund mit Rattengift vergiftet. Der Terrier-Dackel-Mix überlebte trotz tierärztlicher Hilfe nicht. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die Polizei ermittelt.

mehr