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„Anlage zur Wärmegewöhnung“ in Potzwenden in Betrieb genommen

Training in 200 Grad heißem Rauch „Anlage zur Wärmegewöhnung“ in Potzwenden in Betrieb genommen

In dem Doppelcontainer ist es so heiß wie am Boden einer gut befeuerten Bratpfanne: 200 Grad Celsius. Dennoch rennen Philipp Streich und Christoph Murken hinein in die Gluthitze: Die beiden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Grone trainieren für den Ernstfall.

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Bei schon geöffneter Tür bekämpfen die Auszubildenden die Flammen ijm Hitze-Container.

Quelle: Heller

Potzwenden. „Anlage zur Wärmegewöhnung“ nennt die Feuerwehr ihre jüngste Errungenschaft zurückhaltend.

Sie besteht aus drei ausrangierten Übersee-Containern und steht auf dem Gelände des Feuerwehrzentrums Potzwenden. Mit allem Drum und Dran hat die Anlage 60 000 Euro gekostet, sagt der Göttinger Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen.  In Eigenleistung hätten die Feuerwehren der Region die Trainingseinrichtung zusammengebaut und mit Türen und Feuerung versehen.

Nun wollen Feuerwehrleute von weit jenseits der Grenzen Südniedersachsens kommen, um in Potzwenden ihre Einsatzfähigkeit bei Hitze, Qualm und Rauch zu trainieren, erläutert Niesen. An einem Ausbildungstag könnten 15 bis 20 Feuerwehrmänner die Anlage durchlaufen.

Am Sonnabend wurde der Trainingsbetrieb aufgenommen. Robert Fricke, als Kreisschirrmeister für die Ausrüstung der Wehren zuständig, erklärt die Anlage. Maximal eine halbe Stunde dürften sich die Feuerwehrmänner im aufgeheizten Container aufhalten, in der heißesten Zone mit 200 Grad nicht länger als zwei Minuten. Und immer müsse draußen ein weiterer Trupp in Bereitschaft stehen, falls mal etwas passiert.

„Es war total dunkel, null Sicht“

Befeuert wird der Trainingscontainer durch eine Ofenkammer mit einem Rost aus T-Trägern, in der nicht mehr benötigte Transportpaletten aus Holz verbrannt werden. Der Container wird dadurch so heiß, dass die Luft darüber flimmert. Aber nicht nur das: Innen ist es nicht nur duster, sondern auch völlig verqualmt – wie bei einem echten Wohnausbrand eben.

Nachdem sie sich im weniger heißen Teil des Containers an die Hitze gewöhnt haben, kämpfen sich Philipp Streich und Christoph Murken in voller Schutzmontur zum Feuer vor. Die Aufgabe: löschen und sich so weit orientieren, dass sie die Ausgangstür finden und öffnen.Mit im Container: Ausbildungsleiter Martin Schmitz. Der heiße Job gelingt, sie finden problemlos heraus.

Mit Mineralwasser und von der Hitze hochroten Köpfen setzen sich die beiden Feuerwehrleute zur Nachbesprechung mit Ausbilder Schmitz zusammen. „Es war total dunkel, null Sicht“, sagt Streich. Und Murken: „Anfangs ging‘s eigentlich, aber dann wurde es richtig warm.“ Schmitz weiß, dass Hitze, Dunkelheit und das Gewicht der Schutzausrüstung den Männern körperlich viel abverlangen.

Dennoch sei es ganz gut gelaufen: „Extrem wichtig in dieser Situation ist die Orientierung. Das hat geklappt.“

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