Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Anti-Neonazi-Fest: Günterser rücken zusammen

50 Einwohner im Festkomitee / Anti-Neonazi-Fest: Günterser rücken zusammen

Ein geplanter Aufmarsch von Neonazis im Dorf lässt die Günterser zusammenrücken. Fast 50 Einwohner gehörten einem Komitee an, die ein Frühlingsfest als Gegenaktion planten, sagt Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (Grüne).

Voriger Artikel
Uta Mittler aus Bovenden erhält Bundesverdienstkreuz
Nächster Artikel
Adelebsen: Nicht erholsam genug?

Anti-Neonazi-Fest in Güntersen: Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) auch vor Ort.

Güntersen. Er selbst ist nur einfaches Mitglied im Komitee, sieht aber mit Freude, dass sich daran Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen beteiligen – von der Ortsheimatpflege, aus der Kirche, vom Ortsrat, aus den Vereinen und aus dem Projekt „Dorf mit Zukunft“.

Das Frühlingsfest ist für Sonnabend, 28. Februar, geplant. Für diesen Tag hat der im Flecken Adelebsen lebende Mario Messerschmidt, der im Bundesvorstand der Neonazi-Partei „Die Rechte“ sitzt, eine Kundgebung in Güntersen angemeldet. Auf dem dortigen Friedhof soll ein Kranz zum Gedenken an Horst Wessel, den Verfasser der NSDAP-Parteihymne, niedergelegt werden.

Der SA-Sturmführer  war 1930 noch vor der Nazi-Diktatur gewaltsam ums Leben gekommen. Er wurde von den Nazis zum Märtyrer stilisiert und wird heute von den Neonazis verehrt.  Der Landkreis Göttingen prüft nach wie vor ein Verbot der Neonazi-Veranstaltung, doch ihr Frühlingsfest wollen die Günterser  auf jeden Fall durchziehen und damit ein Zeichen setzen.

Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) vor Ort

Die Gegenaktion zum Neonazi-Aufmarsch soll mit einem ökumenischen Gottesdienst starten, den der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen, Friedrich Selter, und der Dechant des katholischen Dekanats Göttingen, Wigbert Schwarze, gestalten.  Im Anschluss sind Redebeiträge und ein umfangreiches Kulturprogramm geplant.

Die Unterstützung für das Frühlingsfest reicht weit über das 700-Einwohner-Dorf hinaus. Der Finanzausschuss der Gemeinde Adelebsen hat bereits einmütig grünes Licht für einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro für das Fest gegeben. Vom Ortsrat kommen 1000 Euro, weiteres Geld soll von den Vereinen und über Sponsoring aufgebracht werden. Das Komitee rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 10000 Euro.

Das Göttinger Bündnis gegen Rechts hat seine Anhänger mobilisiert und zur Unterstützung für die Günterser aufgerufen.  Zu dem Bündnis gehören unter anderem die Antifaschistische Linke International, der DGB-Kreisverband und die Kreistagsfraktion der Grünen. Göttinger Landes- und Bundespolitiker haben  Solidaritätsadressen nach Güntersen geschickt. Die Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) haben ihre Teilnahme an dem Fest  zugesagt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“