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Anti-Neonazi-Fest mit Mark Gillespie in Güntersen

Breites Bündnis Anti-Neonazi-Fest mit Mark Gillespie in Güntersen

Für das Anti-Neonazi-Fest in Güntersen am 28. Februar formiert sich ein breites Bündnis, das auch für ein mehrstündiges Kulturprogramm sorgen will. Mit von der Partie sind unter anderem das Deutsche Theater (DT), das Göttinger Symphonie Orchester und mehrere Bands. Auf drei Bühnen soll das Fest in dem 700-Einwohner-Dorf steigen: in der Kirche, in einem Zelt und im Gasthaus Kesten.

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Tritt beim Anti-Neonazi-Fest in Güntersen auf: Mark Gillespie, hier beim Open Air im Göttinger Kaiser-Wilhelm-Park 2014.

Quelle: Heller

Güntersen. Im Zelt sollen die Bands Zigan-tzigan, Merry-go-round sowie Mark Gillespie und Band für Stimmung sorgen. In der Kirche treten Musiker des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO), die Formation „Seven up“ und das Klezmer-Projekt-Orchester Klezpo auf. Dass jüdische Klezmer-Musik vertreten ist, darf sicher als deutliches Statement der Organisatoren an die Adresse der Neonazis verstanden werden. Das Programm komplettieren im Gasthaus Kesten die Bands Deep River und Garage Royal.

Auch das Deutsche Theater (DT) in Göttingen wird sich mit einem Teil des Ensembles an dem Fest beteiligen, wie Intendant Erich Sidler erklärt. In Zeiten der Pegida-Bewegung und der Terroranschläge in Paris gewinne das Frühlingsfest in Güntersen fast schon exemplarischen Charakter über Südniedersachsen hinaus, meint Sidler. Es sei bemerkenswert, mit welch großer Leidenschaft eine Vielzahl von Personen für das Fest mobilisiere. Sidler geht davon aus, dass am 28. Februar ein deutliches Zeichen gesetzt wird.

Das Fest richtet sich gegen einen an diesem Tag geplanten Neonazi-Aufmarsch im Dorf. Angemeldet wurde er von Mario Messerschmidt, der im Bundesvorstand der Neonazi-Partei „Die Rechte“ sitzt und in der Gemeinde Adelebsen lebt, zu der auch Güntersen gehört. Bei der Neonazi-Kundgebung soll auf dem Friedhof in Güntersen ein Kranz zum Gedenken an Horst Wessel, den Verfasser der NSDAP-Parteihymne, niedergelegt werden. Der SA-Sturmführer war 1930 noch vor der Nazi-Diktatur gewaltsam ums Leben gekommen. Er wurde von den Nazis zum Märtyrer stilisiert und wird heute von den Neonazis verehrt.

Der Landkreis Göttingen prüft unterdessen noch immer ein Verbot des Neonazi-Aufmarsches. Ihr Frühlingsfest wollen die Günterser aber auf jeden Fall durchziehen. Das Fest soll um 10 Uhr mit einem Gottesdienst beginnen, den der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen, Friedrich Selter, und der Dechant des katholischen Dekanats Göttingen, Wigbert Schwarze, gestalten. Ab 11.30 Uhr soll es Reden und Grußworte geben. Danach ist das Kulturprogramm geplant, das bis zum Abend dauern soll.

Der Rat der Gemeinde Adelebsen und der Günterser Ortsrat unterstützen das Frühlingsfest finanziell. Das Göttinger Bündnis gegen Rechts hat seine Anhänger mobilisiert und zur Unterstützung für die Günterser aufgerufen. Göttinger Landes- und Bundespolitiker haben Solidaritätsadressen geschickt. Die Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) haben ihre Teilnahme am Fest zugesagt.

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