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Antje Passoke aus Adelebsen sammelt Webstühle und Spinnräder

Sammelsurium aus einer anderen Welt Antje Passoke aus Adelebsen sammelt Webstühle und Spinnräder

Wer über die Schwelle des mehr als 200 Jahre alten Hauses in der Langen Straße 6 tritt, befindet sich schlagartig in einer anderen Welt. Einer geheimnisvollen Welt, wie aus einer lang zurückliegenden Zeit – der von Krabat oder der Grimm´schen Märchen.

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Kreatives Sammelsurium:  Antje Passoke sammelt alte Spinnräder und Webstühle – und benutzt sie auch.

Quelle: Vetter

Adelebsen. Von oben bis unten, auf allen drei Etagen, findet sich kaum ein freies Plätzchen, ist nahezu alles vollgestellt. Mit Spielsachen, Geschirr, Kissen, Bildern, Büchern, Körben, alten Möbeln, Webstühlen. Und mit Spinnrädern.

Letztere bilden den Schwerpunkt des bunten kreativen Sammelsuriums, das Antje Passoke über einen Zeitraum von vielen Jahren zusammengetragen hat. Wobei die 53-Jährige nicht sagen kann, wie viele Objekte sie besitzt. Aber wo jedes einzelne steht oder hängt, weiß sie genau: „Es ist nämlich alles im Baukastensystem aufgebaut und angeordnet.“

Ihre Faszination fürs Spinnen und Weben entdeckte die gelernte Möbelaufbereiterin bei einem Besuch des Museumsdorfs Cloppenburg. Seitdem hat sie sich intensiv mit den beiden uralten Handwerkstechniken beschäftigt, kennt sich aus mit ihrer Geschichte und ihrer technischen Weiterentwicklung. Auch mit ihrer praktischen Anwendung – sie spinnt und webt nämlich selbst, fertigt einen Großteil ihrer Kleidung selbst an.

Faible für Märchen

Doch Passoke sammelt und benutzt Spinnräder nicht nur, sie repariert sie auch. Geld könne sie damit zwar kaum verdienen, so die gebürtige Göttingerin, aber es sei ihr wichtig, die noch vorhandenen Exemplare für die Nachwelt zu bewahren:

„Ich ärgere mich jedes Mal, wenn jemand sein altes wegwirft und sich ein neues anschafft.“ Ihr ältestes Spinnrad, ein österreichisches Modell, stammt übrigens aus dem Jahr 1764. „Jeder andere hätte es in den Ofen geschoben“, so die Mutter dreier erwachsener Kinder, „ich habe dafür gesorgt, dass es erhalten bleibt“.

Neben der Leidenschaft fürs Spinnen und Weben hat Passoke – die jahrelang als Kinderbetreuerin tätig war – auch ein Faible für Märchen, weshalb sie auch eine kleine Märchenausstellung eingerichtet hat. Auch für Hoch- und Tiefdruckverfahren interessiert sie sich, widmet diesem Themengebiet ebenfalls eine kleine Ausstellung. 

Darüber hinaus verfügt sie über künstlerisches Talent, wovon ihre  Zeichnungen und Aquarelle ein beredtes Zeugnis ablegen.
Noch in diesem Jahr wird die Sammlerin ihre Spinnräder einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen, und zwar im Rahmen einer Ausstellung des Museums Herxheim bei der Landesgartenschau im pfälzischen Landau. Und wer Passokes komplette Sammlung bei ihr zuhause anschauen möchte, kann dies ebenfalls gerne tun.     

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