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Anwohner in Göttingen-Grone ärgern sich über Raser

"Rennstrecke" Friedrich-Naumann-Straße Anwohner in Göttingen-Grone ärgern sich über Raser

Die Anwohner der Friedrich-Naumann-Straße sind sauer: Ihre Straße, die nur für Anlieger freigegeben ist und in der Tempo 30 gilt, werde als Durchgangsstraße und „Rennstrecke“ genutzt. Während sich die Stadt bedeckt hält, hat die Polizei angekündigt, in Zukunft verstärkt zu kontrollieren.

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Quelle: Rumpenhorst/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Natürlich werde 30 gefahren – „allerdings pro Rad“, sagt Klaus Günther süffisant, während Ulrike Stratton von „Hockenheim-ähnlichen Zuständen“ spricht. Ihrer und der Vorwurf vieler anderer Anwohner: Der größte Teil des Autoaufkommens in der Friedrich-Naumann-Straße sei – unerlaubter – Durchgangsverkehr. Viele Fahrer seien viel zu schnell unterwegs.

Morgens werde die Straße von Eltern benutzt, um ihre Kinder zur Schule, von Berufstätigen, um zur Arbeit zu fahren. Nachmittags führen die Berufstätigen auf gleicher Strecke wieder nach Hause. Abends werde richtig gerast, vor allem am Wochenende: da werde die Straße „von Halbstarken in ihren aufgemotzten,PS-starken Audis und BMWs“ genutzt, um nach dem Discobesuch mögliche Alkohol-Kontrollen auf der Kasseler Landstraße zu umgehen.

„Wenn hier abends jemand richtig lang donnert, versteht man den Fernseher nicht mehr“, sagt ein Ehepaar. Ihm habe jemand den Seitenspiegel abgefahren und Fahrerflucht begangen, berichtet ein junger Mann. Und Ursula und Reinhard Haaker erzählen, dass sie schon bedroht worden seien, weil sie angeblich zu langsam auf ihre Einfahrt abbogen. Was Jutta und Heinz Wilfried Günther bestätigen: „Wir werden immer wieder beschimpft und bedroht. Und einmal hat uns jemand gesagt, wir würden den Durchgangsverkehr behindern.“ 

Die Günthers haben einen Ordner, in dem sie die Briefe abgeheftet haben, die sie – teilweise schon vor Jahren – der Stadt geschrieben haben. Klaus Günther sagt, er habe sich mehrmals an das Beschwerdemanagement der Stadt gewandt, doch das Ordnungsamt wiegele ab.    

Tatsache ist, dass die Stadt immer wieder blitzt: Die Straße wird „von unserem Blitzwagen im Schnitt monatlich angefahren“, sagt Detlef Johannson. Das Ergebnis: Häufigeres Messen sei nicht gerechtfertigt, so der Verwaltungssprecher. „Die blitzen immer um die falsche Zeit“, schimpfen die Haakers, „morgens um 10 Uhr herum, da herrscht natürlich vergleichsweise wenig Verkehr“. 

Die Polizei hat angekündigt, dass der Streifendienst an den kommenden Wochenenden die „rasenden Discobesucher“ verstärkt im Auge haben wird. Außerdem wolle sie in Zusammenarbeit mit dem Stadtordnungsdienst prüfen, ob es sich lohnt, einen sogenannten Seitenradar aufzustellen. Der blitzt nicht, misst aber die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Auf Grundlage dieser Messungen entscheide dann die Stadtverwaltung, ob das Aufstellen eines regulären Blitzgeräts gerechtfertigt sei, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.

In den kommenden Monaten dürfte es allerdings auch ohne hoheitliche Kontrollen ruhiger auf der Friedrich-Naumann-Straße werden: Der sich im Westen anschließende Greitweg ist seit dieser Woche für Kanal- und Straßenbauarbeiten gesperrt – voraussichtlich bis Spätsommer kommenden Jahres. Der häufig genutzte – wenn auch verbotene - Schleichweg ins Groner Altdorf über den Egelsberg lohnt sich in dieser Zeit nicht.

Von Hauke Rudolph

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