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Anzahl der Kirchenaustritte in Göttingen steil angestiegen

Teilweise doppelt so viele Austritte Anzahl der Kirchenaustritte in Göttingen steil angestiegen

Im vergangenen Jahr sind in der Region deutlich mehr Menschen aus der Kirche ausgetreten als in den vorangegangenen beiden Jahren. Im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leine-Solling und im katholischen Dekanat Göttingen hat sich die Zahl der Austritte 2014 gegenüber 2012 verdoppelt.

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Quelle: EF

Göttingen/Northeim/Osterode. Im Kirchenkreis Leine-Solling stieg die Zahl von 2013 auf 2014 von 283 auf 421 und damit um 49 Prozent. Bereits von 2012 (213) auf 2013 war die Zahl der Austritte um ein Drittel gestiegen. Unter dem Strich macht das nahezu eine Verdoppelung der Zahl innerhalb von zwei Jahren.

Den Anstieg erklärt der Kirchenkreis unter anderem mit dem Skandal um die Kostenexplosion des Bischofsbaus im katholischen Bistum Limburg, der sich auch auf die evangelische Kirche ausgewirkt habe. Einen weiteren Grund sehen Kirchenvertreter in falsch verstandenen Mitteilungen zur Erhebung von Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Obwohl es sich dabei nur um eine Verfahrensänderung gehandelt habe, sei das vielfach als eine neue, zusätzliche Kirchensteuer fehlinterpretiert worden. Bei Menschen mit ohnehin loser Kirchenbindung habe das zu einem Austritt geführt.

Im Gebiet der Stadt Göttingen lag die Zahl der Austritte aus der evangelisch-lutherischen Kirche 2014 mit 698 rund 45 Prozent über dem Vorjahr. Von 2012 (404) auf 2013 (481) gab es allerdings „nur“ einen Anstieg um 19 Prozent, sodass der Gesamtanstieg für beide Jahre bei 72 Prozent liegt.

Für das Gebiet des gesamten Kirchenkreises Göttingen, der über die Stadt hinausreicht, liegen die Zahlen noch nicht vollständig vor. Als hoffnungsvolles Zeichen sieht man es in  der Kirchenkreis-Leitung aber, dass nach der vorläufigen Tendenz die Za hl der Eintritte wohl auch 2014 über 100 liegen und damit stabil bleiben werde. Der (Wieder-)Eintritt sei oft ein bewusster Schritt, dem vielfach ein aktives Engagement in der Gemeinde folge. Größere Sorgen als die Zahl der Austritte bereite der Bevölkerungsrückgang in Südniedersachsen.

Das katholische Dekanat Göttingen hat es ähnlich heftig erwischt wie den Kirchenkreis Leine-Solling. Im Dekanat traten im vergangenen Jahr 465 Menschen aus der Kirche aus – 22 Prozent mehr als 2013 (382) und fast doppelt so viele wie 2012 (236). Von 2012 auf 2013 – dem Jahr des Skandals um den Limburger Bischofssitz – war die Zahl der Austritte demnach bereits um 62 Prozent gestiegen.

In den ländlichen Dekanaten fällt der Anstieg weniger deutlich aus. In Nörten-Osterode gab es von 2012 (152) auf 2013 (161) eine Erhöhung um sechs Prozent und von 2013 (161) auf 2014 (214) um 25 Prozent – insgesamt also um 41 Prozent in zwei Jahren.

Im Untereichsfeld stieg die Zahl der Austritte von 2012 (63) auf 2013 (73) um 16 Prozent und von 2013 auf 2014 (85) noch einmal um 16 Prozent – und damit um 35 Prozent in zwei Jahren. Bundesweit erhöhte sich die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche von 2013 auf 2014 um knapp 22 Prozent. Die evangelische Kirche in Deutschland hat noch keine bundesweite Austrittszahl für 2014 bekanntgegeben.

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