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App in den Urlaub

Wochenendkolumne App in den Urlaub

Was waren das für beschwerliche Zeiten, als man tatsächlich mit Hand, Herz und Hirn den eigenen Urlaub vorbereiten musste. Seien wir ehrlich: Oft genug war der erhoffte Erholungswert einer Reise doch schon dahin, bevor der rettende Strand in Sichtweite war. Das ist App sei Dank vorbei.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Alles, was wir brauchen, ist unser Handy, das Ladekabel und ein brauchbarer Internetzugang. Sagen zumindest die bunten Lifestyle-Magazine, die uns aktuell mit der jeweiligen Top-Ten der Urlaubs-Apps versorgen. Diesen Service bietet wir Ihnen natürlich auch. Also hier die ultimativen Tageblatt-Apps-Tipps.

 
Reiseziel : Sie haben ihren Urlaubsort bisher nach persönlichen Vorlieben ausgesucht? Das ist nicht mehr nötig. Diverse kleine Programme suchen Ihnen die günstigsten Flüge, die angesagtesten Strände, die heißesten Deals. Wohin es dann am Ende geht, verrät Ihnen die App.

 
Kofferpacken : Hektisch Kleidungsstücke für jede Eventualität zusammensuchen und unangetastet am Ende des Urlaubs wieder auspacken? Gemeinsam mit dem Rest der Familie auf dem Kofferdeckel wippen, um die Schnallen doch irgendwie schließen zu können? Im Auto nach den Reiseunterlagen suchen? Alles vorbei. Zum Beispiel mit „Kofferpacken“. Einfach die Art des Urlaubs eingeben, den Rest erledigen Smartphone oder Tablet. Sehr schön: Mit Countdown-Funktion, damit Sie den Start des Urlaubs nicht verpassen.

 
Navigation : Natürlich kann man sich ins Auto setzen, den guten alten Atlas zur Beruhigung im Handschuhfach und einfach losfahren. Aber das ist schon sehr gestrig. Navigation geht heute digital. Und zwar nicht nur für die Reise per Auto, Zweirad oder zu Fuß. Das gibt‘s natürlich auch für Urlaubsflieger. Wer weiß, wann der Pilot mal vorbei kommt und nach der Route fragt.

 
Sightseeing : Am Ziel angekommen, muss niemand mehr durch fremde Städte und Länder irren und nach angeblichen Sehenswürdigkeiten suchen. Sie müssen den Blick nicht vom Display des Handys heben. Hier helfen digitale Reiseführer, die nicht nur Informationen zum gerade Gesehenen beziehungsweise Gefilmte liefern, sondern das ein oder andere Unsehenswürdige (per „augmentet Reality“) digital nachträglich hochglanzveredeln. Sollte dabei das mürrische Gesicht Ihrer Mitreisenden in den Sucher geraten, ist das vermutlich echt und die schlichte Reaktion auf jemanden, der den ganzen Tag auf sein Handy glotzt. Können Sie ignorieren. Und sollten die Lieben frustriert das Weite suchen, können sie sie beispielsweise mit dem „360 Familiy Locator“ wieder einsammeln.

 
Praktisches : Natürlich kümmern sich die App-Entwickler auch längst um menschlichste Bedürfnisse. Apps wie „Food-Locator“ zeigen, wo es was zu Essen gibt? Der „Toilettenfinder“ führt anschließend zum nächstgelegen stillen Örtchen. Zum Appwischen würde ich allerdings weiterhin Papier verwenden.

 
Kontaktaufnahme : Wer schließlich auf der Suche nach dem Urlaubsflirt nicht mehr mit Hand, Fuß und eingezogenem Bauch im persönlichen Gespräch scheitern möchte, kann natürlich auch hier die einschlägige digitale Hilfe von Flirtfindern in Anspruch nehmen. Wer auch dabei keinen Erfolg hat, wird von „Appgeblitzt“ direkt an die Hotelbar geführt, wo die App zu leisen Bluessongs in der Landessprache hochprozentige Cocktails bestellt, bis der Strom alle ist.
Mein ganz persönlicher Tipp für Ihren Urlaub zum Schluss: Einfach mal appschalten.

 

Sie erreichen den Autor unter m.scharf@goettinger-tageblatt.de

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