Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Architekten zeigen Entwürfe für Friedländer Schule

Vier Büros Architekten zeigen Entwürfe für Friedländer Schule

Es sollte ein offener Dialog mit Eltern, Lehrern, Politik und Architekten sein, wie die künftig einzige Schule der Gemeinde Friedland in zwei Jahren aussieht. Das ist gelungen. Am Mittwoch stellten vier Architekturbüros ihre Entwürfe für den zwei Millionen Euro teuren Anbau an die Grundschule Friedland vor.

Voriger Artikel
Hürdenlauf Wohnungsbau
Nächster Artikel
Polizeidirektion Göttingen kontrolliert 156 Lkw und Omnibusse

Oben links: Fassade mit Farbverlauf: AG Van Vught Architektur/simPLUS Architektur. Rechts: Einzig mit Satteldach: BMP Architekten. Unten links: Parallel um Altbau: ONP Planungs- und Projekt GmbH. Rechts: Auf den Schulhof gebaut: AI Nienstedt-Bindseil.

Quelle: EF

Friedland. Ergebnis: drei Flachdächer und ein Satteldach sowie viele tolle Ideen für einen offenen Lernort..

 
Gut 60 Zuhörer wollten wissen, was die Fachleute binnen weniger Wochen an Ideen für die künftig dreizügige Schule vorschlagen. In allen Entwürfen dokumentiert sich, dass nicht einfach neue, ausreichend viele Klassenräume für eine künftig dreizügige Schule gebaut werden, sondern ein Zugewinn für die ganze Schule durch mehr Fach- und Gruppenräume, durch Barrierefreiheit und offene Lernräume entsteht. Da wird ein  „Campus“ als Verbindung zwischen Alt- und Neubau vorgeschlagen, ein „grünes Klassenzimmer“ soll im Lichthof entstehen, die Fassade soll „der Schule eine neues Adresse“ geben, oder eine neue Aula soll als Brücke zwischen Alt und Neu und neuer Eingangsbereich entstehen.
Die ersten Reaktionen waren positiv. Allerdings kritisierte Ortsbürgermeister Wilfried Henze (CDU), dass drei Entwürfe Flachdächer vorsehen, obwohl die Schule in einer Siedlung mit Satteldächern steht. Frank Holzapfel (SPD) sprach sich gleich gegen jenen Entwurf aus, der den gerade teuer sanierten Schulhof überbauen will. Alle Entwürfe verbindet: Abstriche wegen zu hoher Kosten wurden in keinem gemacht, fast alle lassen die stählerne Feuertreppe an der Fassade verschwinden, alle bauen Fahrstühle zur Barrierefreiheit und eine Lüftungsanlage für bessere Luft zum Lernen ein. Was realisiert wird, berät ab sofort der Rat.

 

Campus als Verbindung

 

AG Van Vught Architektur / simPLUS Architektur: „Der Schulhof“, sagt Monika van Vught, „ist ein Kleinod.“ Deshalb lässt ihr Entwurf diesen unangetastet. Der kleine Seitenflügel des Altbaus bleibt. Der Klassenraum-Trakt entsteht parallel zum Altbau. Dazwischen befindet sich ein Baukörper, der als Campus und „Landschaft für Projektunterricht“ mit eigenen, dafür entworfenem Inventar genutzt wird. Wert legt der Entwurf auf flexible Nutzung umbauten Raums, etwa Fachräume, die an den Klassen liegen und Gruppenräume sein können. Die Fassade des Flachdachs („Soll sich bewusst abheben“) zeigt Farben im Verlauf des Jahres.  

 

Neubau abgesetzt

 

ONP Planungs- und Projekt GmbH: Carsten Schleevoigt setzt seinen L-förmigen Baukörper bewusst vom Altbau ab, um in den bestehenden Bau bei laufendem Schulbetrieb möglichst wenig einzugreifen. Es sei „in erstklassigem Zustand“. Nur das Treppenhaus wird entkernt, Rampe oder Fahrstuhl zur Barrierefreiheit eingebaut. Der Schulhof bleibt unangetastet. Die sieben neuen Klassen entstehen zweistöckig unter einem Flachdach östlich des Altbaus in einem parallelen Trakt. „Das wird die zukünftige Adresse der Grundschule“, sagt Schleevoigt über die Fassadenansicht, wenn man von der Ortsdurchfahrt kommt.   

 

Satteldach und Lichthof

 

 BMP Architekten : Jochen Görres, der mit Angela Lott, einer der Mütter der Elterninitiative, am Entwurf gearbeitet hat, plant als einziger ein Satteldach, um die Form des ungewöhnlich steilen Altbau-Daches aufzunehmen. Der Bau ist dreistöckig, hat ein Souterrain, in dem sich Fachräume befinden. Oben unter dem Schrägdach soll es Licht von beiden Seiten für die Klassenzimmer geben. Als Besonderheit wird ein Lichthof zwischen Alt- und Neubau geplant, der als grünes Klassenzimmer nutzbar ist. Beide Baukörper haben ein gemeinsames Treppenhaus. Auch hier wird der Seitentrakt des Altbaus abgerissen.    

 

Schulhof überbaut

 

AI Nienstedt - Bindseil: „Alleinstellungsmerkmal sozusagen“, sagt Sascha Bindseil, sei dies: „Wir haben den Schulhof überbaut.“ Als Grund gibt er Rücksicht auf den Schulbetrieb an. Außerdem seien Versorgungsleitungen im östlichen Grundstücksteil störend. Das neue Gebäude solle möglichst autark sein, zumal ohnehin eine neue Heizungsanlage benötigt werde, weil die alte Heizung beide Gebäudeteile nicht wärme. Eine neue Aula zwischen beiden Gebäuden werde diese verbinden und zugleich einen neuen Eingang für die Schule schaffen. Einziger Eingriff in den Altbau: Ein Aufzug im Bereich des Treppenhauses.     

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis