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Archiv für Günter Grass in Göttingen

Verleger Steidl über 30 Jahre Zusammenarbeit Archiv für Günter Grass in Göttingen

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist am Montag in den frühen Morgenstunden im Alter von 87 Jahren gestorben. Spätestens seit 1986, als er zum Göttinger Steidl-Verlag kam, war er oft in Göttingen zu Gast. Er feierte hier Geburtstage in der Lokhalle und dem Deutschen Theater. Dort beging er auch den 50. Jahrestag seines Weltromans  „Die Blechtrommel“. Er schenkte der Stadt und der Universität das von ihm entworfene Denkmal für die Göttinger Sieben. Und immer wieder kam er in den Verlag von Gerhard Steidl und arbeitete mit ihm an seinen Büchern.

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Premiere: Im Februar 2009 stellt Günter Grass sein Buch „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland“ im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität vor.

Quelle: Heller

Göttingen. Gerhard Steidl, Verleger von Günter Grass, hatte zur Pressekonferenz am Montagmittag ein Oberhemd angezogen. Er trug, wo man ihn sonst meist im Arbeitskittel erlebt, Krawatte und Jacket. Er habe damit einen Wunsch des Schriftstellers erfüllt, erklärte Steidl. Denn Grass habe ihm gesagt: „Renn nicht rum wie ein Schluff.“ Der Verleger pflegt Distanz zu seinen Autoren, doch mit Grass verband ihn wohl mehr.

„Er war ein leidenschaftlicher Büchermacher“, sagte Steidl. Mit Beginn der Zusammenarbeit habe Grass ihm erklärt: „In meinem Atelier ist immer was los. Bei mir wirst du nicht arbeitslos.“ In der kommenden Woche hatte Grass sein Kommen angekündigt. Man wollte an seinem neuen Buch arbeiten. „Vonne Endlichkait“ wird es heißen, beinahe druckfertig hat Grass es hinterlassen. Um Typographie wäre es gegangen bei dem Grass-Besuch und um die Auswahl des Papiers. Grass wollte erstmals bei der Eröffnung seines Archivs daraus lesen, das Steidl gerade in einem Haus neben dem Verlag einrichtet.

Am Freitag, 12. Juni, wird das Archiv planmäßig eröffnet, kündigte Steidl an. Anstelle des Literaturnobelpreisträgers wird nun jemand anderes aus dem Buch lesen. Das gesamte graphische Werk von Grass wird in dem Archiv untergebracht, rund 100 Zeichnungen sind gerade dazu gekommen. Und 40 bis 50 palettengroße Container warten auf Erforschung – alles Material, das Steidl zusammengetragen hat.

Gerhard Steidl und das Grass Haus in der Düsteren Straße.

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Ein Video der Initiative " Das Prinzip Apfelbaum“, eine Initiative gemeinnütziger Organisationen und Stiftung zum Thema "Vererben für den guten Zweck":

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