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Atomkraftgegner gehen auf die Straße

Anti-Atom-Demonstration Atomkraftgegner gehen auf die Straße

„Alle Atomkraftwerke abschalten – sofort, weltweit, für immer“. Die Botschaft der Göttinger Anti-Atom-Demonstration ist deutlich.

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Rund 1000 Teilnehmer gehen nach Veranstalterangaben am Sonnabend in Göttingen auf die Straße, um gegen Atomkraft zu demonstrieren.

Quelle: Heller

Rund 1000 Teilnehmer kamen nach Veranstalterangaben – die Polizei spricht von 600 – am Sonnabend zum Gänseliesel, um für einen sofortigen Atomausstieg in Deutschland zu demonstrieren. Nach kurzen Redebeiträge setzte sich der Demonstrationszug begleitet von sieben Traktoren durch die Innenstadt in Bewegung. Am Wilhelmsplatz gab es eine Abschlusskundgebung. „Es reicht“, „Schwarz-gelb tötet“, „Abschaltverkürzung statt Laufzeitverlängerung“, „Wo bleibt eigentlich die Revolution“ war auf Transparenten zu lesen. Trotz aller Aussagen der Stromkonzerne, die Atomkraft in Deutschland sei sicher, hätten die Ereignisse in Japan gezeigt, dass es keine Sicherheut gebe, heißt es in einem bei der Demo verteilten Flugblatt des Göttinger Anti-Atom-Bündnisses. Mit durchschnittlich neun Störfällen pro Jahr seien Anlagen in Brokdorf, Krümmel und Brunsbüttel „berüchtigte Pannenreaktoren“.

Rolf Bertram vom Bündnis machte deutlich, dass es auch im nahe gelegenen Kernkraftwerk Grohnde zur Katastrophe kommen könne. Er appellierte, dass auch das Wiedereinschalten der Kraftwerke nachhaltig verhindert werden müsse. „Es geht um unsere Welt, nicht um den Börsenindex. Steht auf und wehrt Euch“, sagte Bertram.

Klaus Lodewick nannte das von der Bundesregierung verhängte Moratorium für ältere Kraftwerke ein „Manöver aus Angst“, das „moralisch verkommen“ und ein „politischer Rohrkrepierer“ sei. Eine Abschaltung sei „das mindeste“, was nun geschehen müsse. Auch ein Zurück zum „Deal mit den Atomkonzernen“ wie unter einer rot-grünen Bundesregierung dürfe es nicht geben. Der Göttinger Superintendent Friedrich Selter sprach sich für eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Energiequellen aus, um einen Ausstieg aus der Atomenergie so schnell wie möglich zu erreichen.

Für den heutigen Montag, 21. März, ist ab 18 Uhr am Göttinger Gänseliesel eine Mahnwache für den Atomausstieg geplant. Am Dienstag veranstalten Annes Schreiner (Firedensbüro) und Christa Schwalbe (Ferien für Kinder von Tschernobyl) einen Gesprächsabend mit der Psychotherapeutin Hannelore Eibach zum Thema „Japan macht Angst. Wie rede ich darüber mit (m)einem Kind?“. Beginn ist um 20 Uhr in der Christophorosgemeinde, Theodor-Heuß-Straße 49.

Von Michael Brakemeier

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