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Auch vor Deutschland-Urlaub Impfen

Thema des Tages Auch vor Deutschland-Urlaub Impfen

Am 23. Juli, also in etwa in vier Wochen, beginnen die Sommerferien in Niedersachsen. Und? Gilt der Reisepass noch? Ist der Impfpass auf dem neuesten Stand? Damit die schönste Zeit des Jahres nicht mit einer bösen Überraschung endet, dafür gibt es einiges zu bedenken. Hier die Tipps:

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Gelbfieber, Tollwut, Tetanus, Mers oder Malaria: Vor einem Aufenthalt in einem exotischen Land informieren sich viele Reisende über Impfungen und medizinische Empfehlungen. Doch Infektionskrankheiten sind keinesfalls eine Gefahr, die nur in tropischen Gefilden lauert.  Auch Sportler, die  beispielsweise eine Radtour entlang der deutschen Donau planen, sollten sich impfen – oder zumindest über gesundheitliche  Risiken beraten lassen.

Denn:  „Teile Ost- und Mitteleuropas, darunter auch Süddeutschland,  sind Übertragungsgebiete für die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute“, sagt Prof. Helmut Eiffert, Infektiologe an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Über infizierte Zecken kann FSME auf Menschen übertragen werden. Das ist zwar selten das Fall, die Hirnhautentzündung kann aber sehr gefährlich werden.

Genrell rät der Mediziner dazu, sich vor dem Urlaub beim Hausarzt über nötige Impfungen, andere Prophylaxemaßnahmen und eine geeignete Reiseapotheke beraten zu lassen. „Das Risiko hängt immer vom Ziel, dem Reisestil und der eigen Gesundheit ab“, so das Fachmann. Grundsätzlich sollte man vor einer Tour, auch innerhalb Europas, alle Impfungen, die auch in Deutschland sinnvoll sind, kontrollieren. „Ziel ist eine vollständige Grundimmunisierung“, so Eiffert. Als Beispiel nennt er Polio, die Kinderlähmung. „Europa gilt seit 2002 als Poliofrei“, sagt er.

In Syrien und Israel aber sei es kürzlich wieder zu Ausbrüchen dieser Krankheit gekommen. Eine Impfung bleibt also sinnvoll. Der Schutz vor Tetanus, Diphterie, Masern und Keuchhusten sollte ebenfalls  überprüft werden. Grundsätzlich sei der Hausarzt die erste Anlaufstelle für alle Reisefreunde –idealerweise mindestens vier Wochen vor Beginn der Tour, dann können nötigenfalls alle Impfungen aufgefrischt werden.

Mal am Straßenstand einen Snack probieren

In einem speziellen Fall aber dürfen in Göttingen nur die Universität und wenige niedergelassene Ärzte in der Region impfen. „Gelbfieberimpfungen sind eine Ausnahme“, so Eiffert. Das liege aber weniger an der Impfung selbst denn an dem speziellen Stempel. Gelbfieberimpfungen werden von machen Ländern verlangt, wenn man aus Gelbfieberregionen einreisen möchte. Der Stempel gilt also als eine Art Visa-Dokument und darf nur von wenigen Impf- und Beratungsstellen, wie der UMG,  ausgestellt werden.

Eine weitere Impfung, die Eiffert auch bei manchen Reisen in Mittelmeerländer empfiehlt, ist die gegen Hepatitis A. Vor allem individual-Reisende, die auch mal am Straßenstand einen Snack probieren, sollten darüber nachdenken.
Weitere Impfungen, die bei Reisen in mehr oder weniger  exotische Länder in Frage kommen, sind Typhus, japanische Enzephalitis (Asien) oder Tollwut. Um eine Infektion mit Tollwut zu vermeiden ist es ratsam, den Kontakt mit Tieren zu meiden. Straßenkatzen, Strandhunde oder Tempelaffen sind keine Streicheltiere.

Eine Reihe von tropischen Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Malaria oder Denguefieber (gegen beide gibt es keine Impfung), werden von Stechmücken übertragen. „Abwehrstoffe, so genannte Repellents und lange Kleidung bieten davor Schutz“, so Eiffert.

Das kürzlich aufgetretene Mers, (Middle East Respiratory Syndrome) sei laut Eiffert für die meisten regulär reisenden Touristen hingegen kaum eine Gefahr. „Man sollte aber lieber keine Dromedare küssen“, sagt der Mediziner. Darüber hinaus sei es aber zur Zeit in Sachen neue Infektionsherde weltweit „relativ still“.

Wenns schnell gehen muss: Kurier-Pass für 560 Euro

Göttingen. Eine Reise an den Baikalsee, Shopping in New York, noch einmal Havanna sehen oder endlich mal die chinesische Mauer besuchen: Für alle diese und viele andere außereuropäische Urlaubsziele benötigen Reisende einen Reisepass, der meistens noch mehrere Monate gültig sein muss. Sonst gibt es kein Visum.  Für Reisen innerhalb der europäischen Union reicht in der Regel ein Personalausweis. Sind die Dokumente abgelaufen, stellt die zuständige Behörde neue aus. Für alle Bewohner der Stadt Göttingen ist die Anlaufstelle das Neue Rathaus am Hiroshimaplatz.

„Im Normalfall bekommen Personen ab dem zwölften Lebensjahr den Reisepass und Personalausweis drei Wochen nach Antragstellung“, erklärt Detlef Johansson, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Um diese Dokumente zu bekommen, müsse man persönlich in der Meldebehörde vorbei kommen. „Das gilt auch  für Kinder“, so Johansson weiter. Für Pass und Personalausweis seinen biometrische Passbilder mitzubringen. Tipp für Kurzentschlossene: Eine Foto-Automat steht auch im Rathaus.

Manch ein Reiseangebot in ferne Länder kommt aber als Last-Minute-Schnäppchen daher. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Pass abgelaufen ist, dann? „Es kommt es darauf an, wohin man will“, sagt Johannson. In Länder des Schengen Übereinkommens reiche ein vorläufiger Personalausweis, der sofort von der Göttinger Behörde ausgestellt werden kann. Für Reisen in Länder, in die man nur mit einem Reisepass einreisen darf, gebe es die Möglichkeit eines Expressreisepasses.

„Das ist ein reguläre Reisepass, der gegen eine Expressgebühr von 32 Euro bei der Bundesdruckerei innerhalb von drei Werktagen produziert und ausgeliefert wird“, so Johannson. Ein regulärer Reisepass kostet für Personen ab 24 Jahren 59 Euro. Sollte der Expresspass zeitlich nicht ausreichen,  gibt es den vorläufigen Reisepass (Notpass). „Der  wird direkt durch uns ausgestellt und ist in seiner  Gültigkeit auf maximal ein Jahr befristet. Er wird allerdings nur ausgestellt, wenn es nachweislich keine andere Lösung gibt“, so der Verwaltungssprecher.

Sollte ein Notpass vom Einreiseland nicht akzeptiert werden,  gibt es den „24 Stunden Kurierpass“. Dieser Pass muss bis mittags 11 Uhr beantragt werden und wird bei der Bundesdruckerei in Berlin bis zum nächsten Tag 12 Uhr produziert und per Kurier ins Rathaus gebracht. Kosten 560 Euro. Johannson: „Das kommt aber nur etwa ein-, zweimal im Jahr vor.“
 

Bearbeitet Pässe in der Einwohnermeldehalle im Neuen Rathaus Göttinge: Christian Hampe.

Bearbeitet Pässe in der Einwohnermeldehalle im Neuen Rathaus Göttinge: Christian Hampe.

Quelle:
Hilfe vom Nachbarn

Göttingen. Diebe nutzen die Urlaubszeit gerne für Einbruchstouren. Wohnungen, die einen verwaisten Eindruck machen, sind besonders interessante Objekte für sie:  Jacqueline Emmermann vom Präventionsteam der Götitnger Polizei  rät: „Mechanische Sicherungen sollten bei der Sicherheitsplanung an oberster Stelle stehen. Sie sind die wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz“. Für welche Häuser und Wohnngen welche Türen, Fenster und Sicherheitsvorkehrungen geeignet sind, darüber berät  der Einbruchschutzberater der Polizei Göttingen.

Und: „Setzen Sie auf Nachbarschaftshilfe. In einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher, Diebe und Betrüger kaum eine Chance“, sagt Emmermann. Sie empfiehlt einen gegenseitigen nachbarschaftlichen Austausch. „Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, indem Sie den Briefkasten leeren und Kontrollgänge vereinbaren. Es geht darum, einen bewohnten Eindruck zu erwecken“, sagt sie. Umgekehrt können die Nachbarn dann den glechen Service leisten.

Auch das Auto, dass ja manchmal nicht mit den Urlaub genommen wird, sollte bei machen Sie es dem Dieb so schwer wie möglich. Lassen Sie das Lenkradschloss immer einrasten. Fenster, Türen, Kofferraum, Schiebedach und Tankdeckel sorgfältig verschließen, auch wenn Sie sich nur kurz vom Fahrzeug entfernen. Ein abgeschlossener Tankdeckel erschwert einem Dieb das Tanken zum Nulltarif. Lassen Sie keine Wertsachen im Auto liegen. Auch Verstecken ist sinnlos, da erfahrene Diebe jedes Versteck kennen.

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