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Auf Hitze vorbereitet

So haben sich Notaufnahmen auf Turnfest vorbereitet Auf Hitze vorbereitet

Kaum ist das Erlebnis Turnfest gestartet, klettern die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius. Das Tageblatt sprach mit Prof. Gerhard Anton Müller, Direktor der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie darüber, worauf Sportler, Veranstalter und Besucher achten müssen, um hitzebedingten Beschwerden vorzubeugen.

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Prof. Gerhard Anton Müller, Direktor der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, stellte sich den Fragen des Tageblatts. 

Quelle: R

Göttingen . Temperaturen von mehr als 30 Grad haben Besucher und Teilnehmer des Erlebnis Turnfestes am ersten Tag zum Schwitzen gebracht. Zumindest am Freitag soll es ähnlich heiß werden. Prof. Gerhard Anton Müller, Direktor der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der UMG, gibt Tipps gegen den Hitzekollaps.

Temperaturen von mehr als 30 Grad während des Erlebnis Turnfestes, dazu Menschenmassen. Worauf müssen die Besucher besonders achten, um hitzebdingten Beschwerden vorzubeugen?

  • Die Besucher und Teilnehmer am Turnfest sollten leicht bekleidet sein, ausreichend Flüssigkeit trinken, mindestens zwei Liter am Tag. Generell gelten etwa 30 bis 40 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine 70 Kilogramm schwere Person sind das etwa 2,8 Liter. Aktive Sportler sollten noch mehr trinken: bis zu drei und vier Liter täglich. Dabei sollten sie auf die Aufnahme von Elektrolyten achten. Am besten sind Getränke wie normales Leitungswasser (das Wasser aus dem Harz hat in Göttingen eine hohe Wasser-Qualität), Mineralwasser, Tee, auch Kaffee. Nicht so gut sind gesüßte Getränke, diese möglichst wenig trinken. Vor allem: keinen Alkohol trinken!
  • Hilfreich sind auch allgemeine Maßnahmen wie das Erzeugen von Luftströmen mit Fächern oder Ventilatoren. In der prallen Hitze sollte man möglichst keinen Leistungssport betreiben.
  • Beim Essen auf leichte Ernährung achten und insbesondere nicht mit vollem Bauch und ohne sich vorher kalt abgeduscht zu haben ins kalte Wasser springen.
  • Ältere Menschen sollten sich möglichst an schattigen Plätzen aufhalten und einen Hut oder andere leichte Kopfbedeckung tragen. Am besten nicht in der Mittagsglut spazieren gehen.
  • Die Besucher sollten nicht bei praller Sonne in der Schlange stehen.
  • Herz- und Nierenkranke sollten die Hitze am besten meiden und müssen ihre Flüssigkeitszufuhr an ihre Herz- und Nierenfunktion anpassen. Gut ist es auch, bei Hitze frisches Obst zu essen.
  • eventuell auch auf die Farbe des Urins achten. Beii mangelnder Flüssigkeitszufuhr ist der Urin hochkonzentriert und sieht in der Regel dann auch dunkler aus. dann heißt es: Trinken!
  • Vor der Sonneneinwirkung auf der Haut schützen Sonnenschutzcremes etwa mit einem UV-Faktor 30.

Wie sollten sich die Sportler auf diese Temperaturen einstellen ?

Die Sportler sollten leichte und energiereiche Kost zu sich nehmen und sich vor dem Wettkampf möglichst im Schatten aufhalten. Flüssigkeitszufuhr wie oben beschrieben: Aktive Sportler sollten noch mehr trinken: bis zu drei und vier Liter täglich. Dabei sollten sie auf die Aufnahme von Elektrolyten achten.. Wichtig ist es auch, sich etwas Salz zuzuführen, z.B. über Salzletten etc.

Welche Flüssigkeiten sollten Besucher und Sportler zu sich nehmen?

Siehe oben: Am besten sind Getränke wie normales Leitungswasser (das Wasser aus dem Harz hat in Göttingen eine hohe Wasser-Qualität), Mineralwasser, Tee, auch Kaffee. Nicht so gut sind gesüßte Getränke, diese möglichst wenig trinken. Vor allem: keinen Alkohol trinken! Erlaubt sind auch Fruchtsäfte und Milchgetränke.

Worauf sollten die Veranstalter achten?

Die Veranstalter sollten die Besucher und aktiven Sportler darauf hinweisen, dass sie sich möglichst im Schatten aufhalten und ausreichend trinken sollen. Die Wettkämpfe sollten möglichst  nicht in der prallen Sonne durchgeführt werden. Am besten keine Wettkämpfe bei Außentemperaturen über 35 Grad Celsius abhalten, weil die Hitze jetzt recht kurzfristig kam und die Menschen sich noch nicht an die heißen Temperaturen gewöhnt haben.

Die Veranstalter können auch auf besondere Hitzesymptome hinweisen: z.B. Übelkeit, Brechreiz, Kopfschmerzen, starke Müdigkeit, Schwindel, trockene Zunge, Bewusstseinsstörungen. Zudem ist  notwendig, dass ausreichend Sanitäter bereitstehen. fab/afu

Die UMG

Die UMG ist auf die Notfallversorgung für das Erlebnis-Turnfest in Göttingen - wie bei jeder anderen Großveranstaltung auch - präklinisch, also in der Rettungsmedizin, wie im Bereich der Notaufnahme gut gerüstet. Für die Veranstaltung wurden keine zusätzlichen Mitarbeiter für den Dienst eingeteilt. Sollte es eine große Zahl an Verletzten oder eine hohe Anzahl konservativer Notfälle geben, greifen die vorhandenen Notfallpläne. Dann werden umgehend die notwendigen pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter der zuständigen Kliniken der UMG und Fachdisziplinen rekrutiert und die notwendige Anzahl an Behandlungsplätzen und stationären Kapazitäten kann umgehend bereit gestellt werden.

Alle Sportstätten und Veranstaltungsorte sind über den Rettungsdienst von Stadt und Landkreis Göttingen für eine medizinische Soforthilfe sanitätsdienstlich umfassend abgesichert.

Hitze und Polizei

Das Thema Hitze beschäftigt auch gelegentlich die Göttinger Polizei - nämlich immer dann, wenn Autofahrer Haustiere oder gar Kleinkinder im Wagen zurücklassen, der in der prallen Sonne steht. Wer dergleichen mitbekommen sollte, den Besitzer des Autos aber nicht ausfindig machen kann, sollte sich umgehend an die Polizei oder Feuerwehr über Notruf 110 oder 112 melden, betont Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. "Das empfehlen wir", sagt Kaatz. Schließlich könne extreme Hitze eine konkrete Gesundheitsgefahr darstellen.

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