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Auf Streife durch die Nikolaistraße

Partymeile Auf Streife durch die Nikolaistraße

Ruhig und friedlich ist es um kurz nach elf Uhr abends in der Nikolaistraße. Nur der riesige V-8-Motor eines protzigen Dodge-Pickup brabbelt um 23.15 Uhr am Freitagabend durch die Nikolaistraße.

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Nächtliche Nikolaistraße: Der vielfach beklagte Trubel hielt sich Freitagnacht sehr in Grenzen.

Quelle: CR

Der junge Fahrer ist der erste Kandidat, der den acht Ordnungshütern auffällt. Sonst ist nicht viel los in der Straße, die in jüngster Zeit für so viel Aufsehen sorgte.

„Es ist ruhiger geworden“, sagt der Kiosk-Besitzer um die Ecke. Einsatzleiter Jörk Grote ist darüber zufrieden: „Das ist es, was wir erreichen wollen.“ Grote kommt gerade aus dem Club Gap, dessen Besucher für den Großteil des Aufsehens verantwortlich waren. Gerade mal fünf Gäste sind zu dieser Zeit in der Disco. „Alles ruhig“, sagt Grote. Vier Polizisten und zwei Bedienstete des Ordnungsamts diese Nacht unterwegs. Sie kommen gerade aus dem Cheltenhampark. Zwei Gruppen, berichtet Thomas Holbein vom Ordnungsamt, habe man dort auflösen müssen. Zwischen 13 und 18 Jahren waren die Jugendlichen alt. Die Jüngste wurde von den Eltern abgeholt. Auf den Schillerwiesen waren zwar keine Jugendlichen mehr, dafür jede Menge Müll.

Jetzt, auf dem Bürgersteig in der Nikolaistraße, schnippt ein junger Mann um die zwanzig seine Zigarette an die Erde. Die Ordnungsbeamten belassen es bei einer Ermahnung. Sonst wären 15 Euro fällig geworden. Das bleibt die spektakulärste Szene in der in Verruf gekommenen Straße.

Um kurz nach halb zwölf schlendert der Kontroll-Trupp über den Wilhelmsplatz. Es gab einen Hinweis, dass dort Radau sei. Aber keine Spur. Bloß ein angetrunkener Student kann das Wasser nicht mehr halten. „Das ist einfach dumm gewesen“, räumt er den Vorwurf mit Blick auf die verräterische Pfütze ein. 45 Euro wird ihn die Erleichterung an die Aula der Universität kosten. Warum er nicht in der Kneipe, deren Gast er ist, auf Toilette gegangen sei, weiß er nicht und lächelt verlegen: „Da hab ich einfach nicht nachgedacht. So ist das, wenn man ein bisschen was getrunken hat.“

Inzwischen ist es nach Mitternacht. Wer jetzt nicht volljährig ist, darf in der Regel nicht mehr in Kneipen unterwegs sein. Bloß ein einziger hat den Absprung nicht geschafft. In den beiden Clubs in der Nikolaistraße suchen die Ordnungshüter das Gespräch mit den Betreibern und Türstehern. Sie wollen wissen, ob es Probleme gibt – alles in bester Ordnung.

Von Lukas Breitenbach

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