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Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer

Vielfältige Informationen Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer

Gerade wieder hat Tim Hallemann eine Reihe alter Postkarten und Dokumente aus dem Besitz eines betagten Dransfelders bekommen, dessen Verwandte seine Wohnung auflösten, bevor der Mann ins Pflegeheim kam.

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Tim Hallermann.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld.  „Besonders die Karten sind schön“, findet der 26-Jährige, „aber prinzipiell freue ich mich über alles, was einen Bezug zur Geschichte der Stadt und Samtgemeinde hat“.

Seit mittlerweile fünf Jahren ist der Mitarbeiter der Kreisverwaltung ehrenamtlicher Ortsheimatpfleger, seit drei Jahren – ebenfalls im Ehrenamt – auch Leiter des Archivs der Stadt Dransfeld. Als solcher wacht er in einem Nebengebäude des Rathauses über einen gewaltigen Fundus von Aktenordnern, Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Fotos. Aber auch Vereinsfahnen, Handwerkszeuge und sogar die Splitter einer Fliegerbombe gehören zum Inventar. Wobei der Großteil der Unterlagen aus den vergangenen 181 Jahren stammt, wie der studierte Verwaltungsfachwirt erläutert: „Beim großen Stadtbrand von 1834 wurden die bis dahin angesammelten Unterlagen fast vollständig vernichtet.“

Das Archiv dient selbstverständlich dazu, das Andenken an die Vergangenheit zu bewahren – aber nicht nur. Es enthält nämlich viele Dokumente, die auch heute noch praktische Bedeutung haben. So kommt es immer wieder vor, dass Hallemann der Verwaltung notwendige Informationen liefert, zum Beispiel Bauunterlagen für die bilanzielle Bewertung des Hauses Hoher Hagen. Manchmal fragen Menschen nach Bescheinigungen über Kinderlandverschickung oder Zwangsarbeit, die sie für ihre Rentenunterlagen benötigen. Regelmäßig sprechen Studenten oder Mitarbeiter diverser Universitäten vor.

Häufig melden sich auch die Nachfahren ehemaliger Dransfelder Auswanderer, um  Familienforschung zu betreiben. Und hin und wieder gibt es kuriose Anfragen: „Einmal hat jemand die Unterlagen über das alte Bergwerk durchgesehen“, berichtet Hallemann. „Er hat dort nämlich das verschollene Bernsteinzimmer vermutet.“

Über den Dransfelder Bergbau (Kohle und Basalt) hat das Archiv wenig Unterlagen, „hier haben wir echten Bedarf“, so Hallemann. Auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs ist vergleichsweise spärlich dokumentiert, darüber hinaus fehlen noch etliche Ausgaben des „Dransfelder Mosaiks“.

Wer Material für das Archiv hat oder aber Informationen aus ihm benötigt, kann sich im Rathaus Dransfeld unter der Nummer 05502/3020 melden.

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