Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Aufklärung des Vorfalls bei Wildschweinjagd in Niedernjesa läuft schleppend

Jäger sagen "Niemanden gefährdet" Aufklärung des Vorfalls bei Wildschweinjagd in Niedernjesa läuft schleppend

Nur schleppend kommt die Aufklärung des Vorfalls bei einer Wildschweinjagd im Mais am Montag am Wendebachstausee voran. Der Schütze selbst will sich "zu all den Lügen" nicht äußern. Es sei jedenfalls durch die Schüsse "niemand gefährdet" worden, sagt sein Anwalt.

Voriger Artikel
Kreisrat Heuer über erwarteten massiven Anstieg des Aufnahmesolls
Nächster Artikel
Verständnis für Appell aus Friedland
Quelle: Pleul/dpa (Symbolfoto)

Niedernjesa. . Ein 14 Jahre alter Junge hatte berichtet, ein Jäger habe in seine Richtung gezielt, und als er sich hingeworfen und mit seiner Schultasche geschwenkt und gerufen habe, seien trotzdem noch drei Schüsse gefallen. Einer sei ganz in seiner Nähe eingeschlagen. Die Jäger seien danach davon gefahren, ohne sich um ihn und das angeschossene Wildschein zu kümmern.

Dem hat inzwischen der Anwalt eines der Jäger widersprochen. Der Schütze selbst will sich "zu all den Lügen" nicht äußern. Es sei jedenfalls durch die Schüsse "niemand gefährdet" worden, sagt der Anwalt. Und eine Nachsuche habe es entgegen der Darstellung des Jungen sehrwohl gegeben.

Das Kind hatte nach den Schüssen und der Begegnung mit dem angeschossenen Wildschwein, das blutüberströmt vor seinen Füßen aus dem Dickicht gebrochen war, die Polizei gerufen. Als die kam, waren die Jäger schon davon gefahren. Diese sollen die Ausrüstung für einen Schweißhund geholt haben. Stunden später, so wie es jagdlich sinnvoll sei, seien sie zurückgekehrt und hätten die Nachsuche begonnen, jedoch vergeblich. Die Polizei war da schon wieder weg.

Unklar ist, ob es neutrale Zeugen für den Vorfall gibt. Der Junge sagt, die Polizisten hätten noch den Fahrer der Erntemaschine vernommen. Außerdem soll es zwei Personen gegeben haben, die sich aus der Ferne die Jagd ansahen. Bei der Polizei sind diese Zeugen aber nicht bekannt.

Unterdessen hat ein Kamerateam von RTL den Jungen am Schauplatz seines Schrecks interviewt und den Vorfall beschrieben. Überregional hat das Ereignis deshalb für Schlagzeilen gesorgt, weil erst vor einigen Wochen in Mecklenburg ein Liebespaar in einem Maisfeld mit einem Wildschwein verwechselt und beschossen worden war. Ein Mensch starb. Für die Tierschutzorganisation Peta ist der Fall erneut Anlass, das Verbot von Hobbyjagd in Deutschland zu fordern. Peta ist der Meinung, es gebe aus wildbiologischer Sicht gar keine Notwendigkeit für Jagd, weil ohne den Eingriff des Menschen eine natürliche Regulation der Tierpopulation stattfinden würde.  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016