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Auftakt der Bauarbeiten für neue Biogasanlage

In Erntezeit 100 Touren pro Tag Auftakt der Bauarbeiten für neue Biogasanlage

Ein gutes Jahr ist seit der Gründung der Biogas Göttingen GmbH & Co. KG vergangen – jetzt geht die erste Biogasanlage Rosdorfs in der Nähe des Wartbergkreisels in Bau. Am Freitag treffen sich Vertreter des Betreibers, der Stadtwerke Göttingen und der Politik um 11 Uhr an der Baustelle zu einem Spatenstich für die 6,5 Millionen Euro teure Anlage. Die ersten Raupen aber sind bereits seit einigen Tagen auf dem Gelände westlich der Kreisstraße 29 im Einsatz.

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Schweres Gerät: Raupen verschieben derzeit riesige Mengen Erde auf dem Gelände der Biogasanlage am Wartbergkreisel.

Quelle: CR

Sobald das Gelände geschottert und befestigt sei, werde man mit dem Bau der großen Behälter für die Anlage beginnen, sagte Jan Hampe, Geschäftsführer der Biogas Göttingen, gestern gegenüber dem Tageblatt. Fast zeitgleich werde dann die Silofläche, „wo die Maissilage eingebracht wird“, folgen. Danach würden die Technik und ein Blockheizkraftwerk installiert. Eine Lagerhalle komplettiere den Bau. Geplant sei, zum 1. Oktober das erste Gas an die Stadtwerke Göttingen liefern zu können.

Im November 2010 hatten die Stadtwerke mit der Biogas Göttingen – deren Gesellschafter Landwirte aus der Region, der Kreislandvolkverband und der Maschinenring sind – einen Liefervertrag von Rohbiogas über eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt zehn Millionen Euro. Die Stadtwerke bauen dafür eine knapp acht Kilometer lange Leitung zwischen der Biogasanlage und ihrem Heizkraftwerk an der Godehardstraße. Dort werden neue Blockheizkraftwerke installiert, um aus dem Rohbiogas Wärme und Strom zu produzieren. Ferner wird in Rosdorf eine Übernahmestation gebaut.

Die von den Stadtwerken geforderte Menge an Rohbiogas entspricht einer Anlage von etwa zwei Megawatt elektrischer Leistung. Zum Vergleich: Die Biogasanlage in Jühnde hat eine Leistung von 700 Kilowatt. Biomasse wie Mais und Getreide für die Rosdorfer Anlage soll auf rund 600 Hektar Fläche angebaut werden. Anbauflächen für die Belieferung der Biogasanlage liegen laut Hampe in den Gemeinden Rosdorf (Gemarkungen Obernjesa, Sieboldshausen, Mengershausen, Dramfeld, Mariengarten), Friedland (Niedernjesa, Groß Schneen, Friedland, Reckershausen, Niedergandern), im östlichen Gleichen und in der Gemarkung Geismar. 30 000 Tonnen Silagematerial müssten in der Erntezeit zur Anlage gefahren werden. „Wenn man 15 Tonnen pro Fahrzeug rechnet, wären das 2000 Touren“, rechnet Hampe vor. Bei 20 Tagen, in denen ein Großteil der Ernte eingebracht werde, seien das etwa 100 Fuhren pro Tag. 80 Prozent der 30 000 Tonnen Silage kämen allerdings wieder als Dünger aufs Feld – mache also noch einmal rund 1600 Touren. Der Dünger werde aber größtenteils im Frühjahr und Sommer eingesetzt.

Sorgen von Bürgern, die Transporte könnten häufig durch die kleinen Ortschaften zur Biogasanlage donnern, kann Hampe nur bedingt teilen. „Wir versuchen das zu vermeiden.“ Natürlich werde es aber besonders zur Ernte „eine gewisse Belastung“ in den Ortsteilen geben. Die aber sei „ohnehin schon da“. Landwirtschaftlichen Verkehr gebe es schließlich auch bereits jetzt.

Eines möchte Hampe aber noch loswerden. Seinen Dank an Politik und Behörden, „die das Ganze unterstützt haben. Alle haben an einem Strang gezogen.“

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Von Redakteur Andreas Fuhrmann

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