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Göttinger Senioren liegen vorne

Augengesundheit Göttinger Senioren liegen vorne

Haben Göttinger Senioren gesündere Augen? In einer Studie zur Augengesundheit wurden bundesweit bei gut 61 Prozent der Senioren "Behandlungsbedürftige Befunde" gefunden. In Göttingen sind es nur 22 Prozent.

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Quelle: Archiv

Göttingen. Die OVIS-Studie (Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen) wurde von der "Stiftung Auge der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft" in Auftrag gegeben. An der Studie haben bundesweit 32 Seniorenheime an 14 Standorten teilgenommen - darunter auch Göttinger Wohnanlagen.

"Auf den ersten Blick könnte man denken, die Göttinger sind augenärztlich besser versorgt als Senioren in vielen anderen Städten", sagt Prof. Hans Hoerauf, Direktor der der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Seine Klinik hat an der Studie mitgearbeitet - als eine von 14 Einrichtungen bundesweit. Insgesamt wurden 600 Teilnehmer (434 Frauen und 166 Männer) zwischen 50 und 104 Jahren untersucht.

Woran es genau liegt, dass die Göttinger Senioren - bei vergleichbarer  gesundheitlicher Grundvoraussetzung wie die bundesweit untersuchten Patienten -  besser abschneiden, ist  aber unklar. "Es ist schwierig, das kleine Göttinger Kollektiv mit dem Gesamt-Kollektiv zu vergleichen, die geringere Zahll behandlungsbedürftiger Befunde könnten auch Zufall sein", erklärt Hoerauf. "Ein wesentlicher Faktor ist  für die Bewohner von Seniorenheimen aber der Zugang zu einem Augenarzt", sagt Hoerauf. Denn: Mehr als die Hälfte der in Göttingen befragten Senioren gaben den Besuch eines Augenarztes als “nicht möglich” an. Auch fast die Hälfte aller bundesweit befragten Patienten mit Sehproblemen gaben an, dass der Transport zum Arzt ein Problem für sie sei. In Göttingen, so Hoerauf weiter, gebe es noch niedergelassene Augenarzt-Kollegen, die in einigen Göttinger Seniorenheimen Hausbesuche absolvieren - heute eine Ausnahme. Für eine optimale Untersuchung ist ein Augenarzt allerdings auf spezielle nicht transportable Geräte in seiner Praxis angewiesen. Es müssten also Barrieren beseitigt werden, die es den Senioren erschweren, eine Praxis aufzusuchen.  

In Göttingen, so ergab die Studie, haben 44 Prozent der Senioren  in Wohnheimen Sehprobleme, das sind nur zwei Prozent weniger als der Durchschnitt in der Studie. Behandlungswürdig, so die Mediziner, waren davon aber nur 22 Prozent.

Laut der OVIS-Studie werde die ärztliche Versorgung mit Heimeintritt komplizierter.  Andere, regionale Studien wiesen auf eine augen- und andere fachärztliche Unterversorgung hin. "Vor diesem Hintergrund wurde in unserer Studie die aktuelle ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen in Deutschland untersucht", so heißt es dort. Die häufigste Diagnose bei den Senioren lautet bundesweit Grauer Star, jeder zweite davon müsste operiert werden, bei 40 Prozent der Patienten fand sich eine altersbedingte Makuladegeneration. 13 Prozent der Senioren der Studie litten unter einem Glaukom, das bei Nichtbehandlung zur Erblindung führen kann. Nachdem zunächst die aktuelle  augenmedizinische Versorgung von Senioren in Deutschland erhoben wurde, soll in folgenden Untersuchungen nun herausgefunden werden, wie die Versorgung künftig verbessert werden kann, so Hoerauf.

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