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Aus desolat wird Top-Lage

Weender Straße Nord Aus desolat wird Top-Lage

Göttingen. Verhängte Fassaden, gähnende Leere in den Schaufenstern – der nördliche Teil der Weender Straße zwischen Jacobi-Kirchplatz und Jüdenstraße erinnert derzeit eher an eine Geisterstadt als an die Fußgängerzone eines Oberzentrums.

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Weender Straße 74: Der Kochlöffel ist verschwunden. H&M soll einziehen. Der Modekonzern hüllt sich aber in Schweigen.

Quelle: Heller

Von 22 Läden stehen dort momentan acht leer. Darunter sind auch die Ladenlokale, in denen etwa der Imbiss Kochlöffel oder eine Filiale der Drogeriekette Rossmann zu finden waren. Auf der westlichen Straßenseite hat sich gerade die Lebensmittelkette Nordsee aus der Nummer 55 zurückgezogen. Hier soll es künftig Mode statt Fisch verkauft werden. Das Bekleidungsgeschäft M&S ist ebenfalls aus dem Nordbereich der Weender Straße verschwunden. An seine Stelle rückt eine neue 400 Quadratmeter große Filiale des italienischen Modekonzerns Benetton. Noch offen ist, wer nach dem Umzug von Big Lebowski in Düstere Straße in das Haus in der Weender Straße 61 einziehen wird. Im Gespräch ist hier ebenfalls ein Textilanbieter.

Hinter den Kulissen hat also längst das große Stühlerücken begonnen, die Innenstadtbesucher sehen hingegen nur trostlose Leere. „Derzeit ist die Situation in diesem Bereich reichlich desolat“, räumt City-Managerin Beate Behrens ein. „Aber sie wird sich zum Besseren ändern. Es ist kein Untergang, sondern eine Aufwertung.“ Sie rechnet damit, dass sich diese Situation spätestens in zehn Monaten gebessert haben wird. „Ende 2010 werden wir in der nördlichen Weender Straße eine 1A-Lage haben.“

Der Wandel und die Aufwertung im Nordbereich der Fußgänger hat nach Behrens Ansicht mit der Eröffnung der New-Yorker-Filiale im ehemaligen Sparkassengebäude begonnen. Als zweiter Kundenmagnet erweist sich die gerade eröffnete Filiale von Deichmann, die von der Weender Straße 6 in die Weender Straße 63 gezogen ist.

Weiteres Zugpferd könnte ein weiterer namhafter neuer Mieter im Norden der Fußgängerzone werden: Hier wird immer noch der schwedische Moderiese H&M gehandelt. In dessen deutschen Zentrale in Hamburg gibt man sich wie seit zwei Jahren immer noch bedeckt – konkrete Aussagen Fehlanzeige. „Wir können dafür keine Bestätigung geben“, sagt Sprecherin Anne Neumann. Sicher, man sei immer interessiert, sich auch an Orten mit bestehenden Filialen wie in Göttingen zu vergrößern. „Wir prüfen jedes Angebot“, sagt Neumann. Inzwischen haben die Bauarbeiten an dem Gebäudekomplex Weender Straße 72-74 begonnen.

Die Stadt hatte bereits 2008 die Grundlagen geschaffen, dass die Verkaufsflächen im östlichen Bereich der Weender Straße vergrößert werden können. Für den westlichen Bereich gab der Bauausschuss im Dezember grünes Licht.

Von Michael Brakemeier

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