Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
„Gymnasien leider nicht berücksichtigt“

Ausbau der Schulsozialarbeit „Gymnasien leider nicht berücksichtigt“

Auch wenn es noch Unklarheiten gibt, hat der geplante Ausbau der Schulsozialarbeit durch die Landesregierung in Südniedersachsen für grundsätzlich positive Reaktionen gesorgt. Dass Gymnasien bisher nicht profitieren, sorgt aber für Unmut.

Voriger Artikel
Freie Wählergemeinschaft nominiert Kandidaten
Nächster Artikel
Kein Babybrei für Wale

F. Heiligenstadt

Quelle: Holger Hollemann

Göttingen/Duderstadt. Rund 500 unbefristete Stellen an öffentlichen Schulen will die Landesschulbehörde zeitnah mit Sozialarbeitern besetzen, denn soziale Arbeit werde „immer mehr zum unverzichtbaren Bestandteil des schulischen Angebots“, wie Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) erklärte.

Vorstoß positiv aufgenommen

Sowohl bei der Stadt als auch beim Landkreis Göttingen wurde der Vorstoß positiv aufgenommen - auch wenn die Verwaltungen Großteils noch nicht wissen, welche konkreten Schulen von dem Programm profitieren werden.

Lediglich die Kreistagsabgeordnete Edeltraud Wucherpfennig (SPD) hat in Erfahrung gebracht, dass auch an der Realschule Duderstadt eine neue Stelle eingerichtet werden soll.

Bei persönlichen Problemen beraten

Fest steht darüber hinaus, dass vorerst nur Haupt- und Oberschulen sowie integrierte und kooperative Gesamtschulen von dem Programm profitieren: Dort sollen die Sozialarbeiter Schüler bei persönlichen Problemen beraten, bei der Berufsorientierung helfen und außerdem bei der Integration von geflüchteten Kindern mitwirken. Wie das Kultusministerium ankündigte, würden an integrierten Gesamt- und Realschulen die Stellen zeitnah besetzt werden, die anderen Schulformen sollen zum ersten Januar kommenden Jahres folgen.

Dass Gymnasien bei dem Programm vorerst außen vor sind, bedauert Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson allerdings: Auch dort seien diese dringend notwendig, Gymnasien würden aber leider nicht berücksichtigt. Eine Kritik, die Elternvertreter aus Südniedersachsen schon im vergangenen Februar geäußert hatten, als sie an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Petition übergaben, die unter anderem das Einstellen von Sozialarbeitern an Gymnasien forderte. Auch der Kreistag hatte zu Jahresbeginn eine entsprechende Resolution einstimmig auf den Weg gebracht.

Indirekt auch an Gymnasien Hilfe

Indirekt soll auch an Gymnasien demnächst Abhilfe geleistet werden: Ganztagsschulen sollen dem Kultusministerium zufolge ihre Mittel für den Ganztagsschulbetrieb auch für Sozialarbeiter ausgeben dürfen - „auf diese Weise können auch Gymnasien mit Ganztagsschulbetrieb die Schulsozialarbeit stärker verankern“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Von Christoph Höland

Schulsozialarbeit

Bisher hatten Kommunen Schulsozialarbeiter meist ganz oder zur Hälfte selbst finanziert. Von dem jetzigen Programm verspricht sich die Landesregierung eine finanzielle Entlastung der Kommunen, zumal bisherige Förderprogramme Ende des Jahres auslaufen und mit der neuen Initiative ersetzt werden sollen. Bereits im Frühjahr wurden deshalb 100 Stellen für Sozialarbeiter an Grundschulen mit hohen Flüchtlingszahlen geschaffen. Außerdem beschäftigt das Land nach Angaben des Kultusministeriums rund 200 pädagogische Mitarbeiter an Ganztagsschulen und rund 100 an berufsbildenden Schulen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis