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Ausbrecher kommt zurück in Maßregelvollzug Moringen

Nicht dauerhaft ins Gefängnis Ausbrecher kommt zurück in Maßregelvollzug Moringen

Ein aus dem Maßregelvollzug in Moringen ausgebrochener Schwerverbrecher kommt nach seiner Festnahme nicht dauerhaft ins Gefängnis. Der 30-Jährige werde zurück in die Einrichtung im Kreis Northeim gebracht, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Freitag mit.

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Der Ausbrecher kommt zurück in den Maßregelvollzug Moringen.

Quelle: Archivfoto

Göttingen. Maßgeblich sei, dass er zur Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt wurde. Der spektakuläre Ausbruch, der für sich genommen nicht strafbar sei, ändere daran nichts. Es werde allerdings geprüft, ob der Ausbrecher bei seiner Flucht oder danach Helfer hatte.

Diese könnten sich strafbar gemacht haben. Zielfahnder hatten den 30-Jährigen am Donnerstag knapp drei Wochen nach seiner Flucht in Kassel festgenommen. Der Mann, der von den Behörden als gewaltbereit und gefährlich eingestuft wird, leistete keinen Widerstand.

Ihm war am 3. Oktober die Flucht gelungen. Er hatte mit zusammengebundenen Bettlaken und einem selbst gebauten Wurfanker eine 4,50 Meter hohe Mauer überwunden. Der aus Tschetschenien stammende 30-Jährige war mehrfach verurteilt worden, unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs und vorsätzlicher Körperverletzung.

Wegen seiner Drogensucht wurde er im Maßregelvollzug untergebracht. Ihm drohte die Abschiebung. Die Behörden vermuten, dass er deshalb ausgebrochen war.

Moringen hat Niedersachsens größten Maßregelvollzug

Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke oder suchtkranke Menschen untergebracht, die schwere Straftaten verübt haben. Weil sie aber nur als eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig eingestuft wurden, kommen sie nicht in ein Gefängnis, sondern in den Maßregelvollzug.

Ziel der Unterbringung ist es zum einen, die Allgemeinheit zu schützen, und zum anderen, die Patienten zu heilen oder ihren Zustand so weit zu bessern, dass sie nicht mehr gefährlich sind. Die größte von landesweit zehn Einrichtungen des Maßregelvollzuges in Niedersachsen befindet sich in Moringen im Kreis Northeim. Sie hat 370 Plätze, davon 105 im Hochsicherheitsbereich.

Dieser Bereich wird von den übrigen Maßregelvollzugseinrichtungen in Niedersachsen auch zur Krisenintervention genutzt. Insgesamt waren zum Stichtag 1. Juni in Niedersachsen 1262 Patienten im Maßregelvollzug untergebracht, etwas mehr als in den Vorjahren.

dpa

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