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Ausstellerrekord bei Spieleautoren-Treff

300 offizielle Gäste Ausstellerrekord bei Spieleautoren-Treff

So groß war die Resonanz des Spieleautoren-Treffens in der Stadthalle noch nie. 300 offizielle Teilnehmer, 100 Personen mehr als im Vorjahr, kamen. Göttingen hat damit seine Position als wichtigster deutscher Treff für Spiele-Erfinder weiter ausgebaut, meint Veranstalter Reinhold Wittig. 

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Lässt Spielsteine über Noppenrolle wandern: der Berliner Spieleerfinder Bernd Drozella (rechts) in der Stadthalle.

Quelle: Heller

 „Von der Krise spüren wir hier nichts“, erklärt Reinhold Wittig (72) und blickt in der Stadthalle umher. Um zahllose Tische sitzen Besucher und testen Brettspiele, die es noch nicht auf dem Markt gibt. Locker und entspannt geht es zu. „Gerade wenn die Wirtschaft nicht so gut läuft, suchen die Menschen Ablenkung“, vermutet Wittig. Das Erfinden von Spielen sei eine „sehr befriedigende Tätigkeit“.  

Am Tisch von Erfinder Bernd Drozella (62) strahlt ein Junge seinen Vater an. Gerade hat er dessen Spielsteine, die auf einer drehenden Rolle standen, zum Absturz gebracht. Durch Würfeln werden die Steine von einer Seite zur anderen bewegt. Die Mitspieler versuchen, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. „Die Rolle habe ich aus Noppenfolie gefertigt und mit Bändern fixiert“, erläutert Drozella. Bei den seitlichen Abdeckungen handelt es sich um Blumenuntersetzer. Die Rolle liegt auf Buchstützen von Ikea. „Ich kann gut improvisieren“, kommentiert der Berliner.

Jukebox befüllen

Um das Befüllen einer Jukebox mit Hits der 60er- und 70er-Jahre geht es beim Spiel von Hans Jeske (53). Der Informatiker gehört seit Jahren zum Kreis der Bödefelder Spieletester, die für Verlage Spiele aus der Entwicklungsabteilung ausprobieren. „Nun habe ich erstmals die Seiten gewechselt und selbst etwas erfunden“, erklärt Jeske. 

Peter Matthäy (53) hat als Führungskraft Kommunikationskurse besucht. „Das könnte man eigentlich auch spielerisch vermitteln“, dachte er und tüftelt seit einem halben Jahr an „Roundabout“. Er hat es schon bei Spieletreffen vorgestellt. „Man muss kritikfähig sein“, betont er. 

„Ihr Spiel macht Spaß, aber für Senioren ist das zu kompliziert“, sagt ein junger Besucher zu David Parlett (70). Der Engländer will mit seinen Spielen vor allem ältere Menschen erreichen. Als der Besucher fort ist, meint Parlett diplomatisch: „Kritik ist immer interessant, aber nicht in jedem Fall hilfreich.“ Von der deutschen Spielekultur ist der Engländer begeistert. Seine Landleute dächten, dass Spiele nur etwas für Kinder seien. Er fühle sich in seiner Heimat oft wie ein Bumerang-Werfer auf Grönland. 

Von Michael Caspar

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