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Ausstellung „Historische Friedhöfe“ wird am 17. April in der Torhaus-Galerie eröffnet

Geschichte und Geschichten Ausstellung „Historische Friedhöfe“ wird am 17. April in der Torhaus-Galerie eröffnet

Auf Friedhöfen liegen Menschen bestattet. Über jeden dieser Menschen gibt es Geschichten zu erzählen. Solche Geschichten spielen in der nächsten Ausstellung in der Göttinger Torhaus-Galerie am Stadtfriedhof eine Rolle: „Göttingens historische Friedhöfe als Geschichts- und Kulturdenkmäler“ heißt die Präsentation. Gezeigt wird sie vom 17. April bis zum 31. Mai.

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Georg Christoph Lichtenberg wohnte zu Lebzeiten am Bartholomäusfriedhof und fand dort auch seine letzte Ruhestätte.

Quelle: König

Göttingen. Rebecka Dirichlet, geborene Mendelssohn Bartholdy, wurde 1858 im Alter von 47 Jahren auf dem Bartholomäusfriedhof beigesetzt.

Die jüngere Schwester der Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel war mit dem Mathematiker Peter Gustav Lejeune Dirichlet verheiratet, Pianistin und Sängerin. Und Gastgeberin eines prominent besuchten Salons, „ihretwegen kam Johannes Brahms nach Göttingen“, erzählt Azemina Bruch, Landschaftsarchitektin in Göttingen und Berlin.

Georg Christoph Lichtenberg, der mit Ehefrau Margarete ebenfalls an der damaligen Weender Chaussee seine letzte Ruhestätte fand, hatte schon zu Lebzeiten Berührungspunkte mit dem Bartholomäusfriedhof: Sein Grundstück mit Gartenhaus reichte bis an dessen Grenze.

In diesem Haus probierte er 1780 den von Benjamin Franklin erfundenen Blitzableiter aus. Von jedem der Friedhöfe und von den Menschen, die dort beerdigt wurden, gebe es solche Geschichten, sagt Bruch.   

Die Landschaftsarchitektin, die sich vor Jahren beruflich mit Sanierungsmaßnahmen auf dem Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten Bartholomäus-Friedhofes beschäftigt hatte, erarbeitete im Auftrag des städtischen Fachdienstes Grünflächen eine Ausstellung vor allem über zwei der historischen Göttinger Friedhöfe: Bartholomäus- und Albanifriedhof, „um Leben und Lebensgefühl nachzuvollziehen und erlebbar zu machen“.

Am Rande recherchierte sie auch über zwei fast vergessene Begräbnisstätten: den alten katholischen Friedhof am heutigen Platz der Göttinger Sieben und den Marienfriedhof, der ursprünglich an der Leine lag. Bei den Nachforschungen halfen Göttinger Stadtführerinnen, der Fachdienst Grünflächen, Stadtarchiv und Städtisches Museum sowie die Stadtarchäologie.  

Der Fotograf Ralf König und der Theologe Berndt Schaller beschäftigten sich parallel dazu mit der Geschichte und den Geschichten des Jüdischen Friedhofes an der Kasseler Landstraße. Königs Fotografien ergänzen historische Aufnahmen, die vor allem das Städtische Museum zur Verfügung stellte.

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