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Ausstellung der „Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat“ in Göttingen

Reise durch den Islam Ausstellung der „Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat“ in Göttingen

Für viele Muslime ist die Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat nur eine Sekte. Westliche Wissenschaftler sind sich uneinig. „Undemokratisch und archaisch“, sagen die einen, „unorthodox, demokratisch und friedfertig“ die anderen.

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Bereit für Gespräche: Safeer-ul-Rahman Nasir.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. In Hessen wurde die Ahmadiyya Muslim Jamaat immerhin 2013 als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. In einer Ausstellung im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen stellt sich die „Reformgemeinde“ bis Freitag, 9. Januar, mit einer Ausstellung über den Islam vor.

Den Dschihad als mit Schwertern ausgetragenen heiligen, Krieg gebe es nicht mehr, sagt Usman Naveed, Imam und Theologe von Ahmadiyya in Hannover. Er bezieht sich auf den „verheißenen Messias“ und Gründer der Gemeinde, Mirza Ghulam Ahmad (1835-1908), der vor 120 Jahren in Nord-Indien eine neue muslimische Gemeinschaft initiierte.

„Es ist eine friedliche Lehre, die wir leben“, betont Naveed. Genau das solle die Wanderausstellung der Reformgemeinde darstellen – „und dass 30 000 IS-Kämpfer nicht den Islam repräsentieren“. Rund 1,6 Milliarden Muslime weltweit lebten friedlich in ihrem Zuhause.

„Eine Reise durch die islamische Zeit

Die Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat hat laut Naveed rund 35 000 Mitglieder in Deutschland – mit steigender Tendenz. „Wir sind die am schnellsten wachsende Gemeinde der Welt“, sagt der junge Hannoveraner. In mehr als 200 Ländern seien die Ahmadis vertreten. Ihre Anhänger seien teils Anfeindungen und religöser Verfolgung ausgesetzt. „In Pakistan etwa dürfen wir nicht als Muslime auftreten.“

„Eine Reise durch die islamische Zeit“ haben die Initiatoren die Ausstellung genannt. Den heiligen Koran, den Propheten Mohammed, die heiligen Stätten Mekka und Medina und die fünf Säulen des Islam erklären die Texte auf den Schautafeln im ZHG. Imam Naveed und andere junge Männer wollen mit den Besuchern über die Themen der Ausstellung ins Gespräch kommen. Über den Dschihad etwa.

Drei Arten gibt es laut Ausstellungstext. Der kleine Dschihad sei „Selbstverteidigung gegen einen Aggressor“, der große „die Verbreitung der Wahrheit mit dem Wort“ und der größte der Kampf gegen „den eigenen Egoismus und schlechtes Verhalten“. Aggression, heißt es da, sei verboten, ebenso Gewalt und Zwang in Glaubensdingen. So interpretierte Mirza Ghulam Ahmad dereinst den Koran. Und warnte gleichzeitig davor, die heilige Schrift wörtlich auszulegen, da sie „voller Metaphern und Bilder ist“.

Die Ausstellung im ZHG am Platz der Göttinger Sieben ist bis zum 9. Januar täglich zwischen 10.30 und 17 Uhr zu sehen.
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