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Ausstellung zeigt „Wohnen am Nikolausberger Weg“

Neues Rathaus Ausstellung zeigt „Wohnen am Nikolausberger Weg“

Die Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs „Wohnen am Nikolausberger Weg“ gibt es bis zum 6. November im Foyer des Neuen Rathaus in Göttingen, Hiroshimaplatz 1-4, zu sehen. Umsetzen will die Wohnungsgenossenschaft den Entwurf des Hamburger Büros von Gerber Architekten (Dortmund).

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Quelle: r

Göttingen. „Wir wollen sechs Gebäude mit zusammen 81 Wohnungen errichten“, kündigte der technische Vorstand der Genossenschaft, Carlo Scherrer, bei der Ausstellungseröffnung am Montag an. Dem Entwurf von Gerber Architekten, der beim Wettbewerb einen der beiden ersten Preise holte, habe die Genossenschaft aus mehreren Gründen überzeugt. Die geplanten Gebäude orientierten sich teils am Nikolausberger Weg, teils wendeten sie sich den dort bereits bestehenden Häusern des Unternehmens zu.

Das Ballspielfeld und der Spielplatz werden verlagert, bleiben aber in ihrer Größe erhalten, betonte Scherrer. Das forderten Anwohner während der beiden Bürgerinformationsveranstaltungen im Januar und im März ein. Über einen Fußweg seien die Neubauten mit der Ludwig-Beck-Straße und so mit der Bushaltestelle am Stauffenbergring verbunden. Zudem verstellten die Neubauten Anwohnern der Ludwig-Beck-Straße nicht gänzlich den Blick auf den angrenzenden Wald sowie ins Leinetal.

Weniger Wohnungen als ursprünglich geplant

„Nachbarn befürchten eine Zunahme des Verkehrs“, berichtete der Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, Hans Otto Arnold (CDU), dem Tageblatt. Dem habe die Genossenschaft Rechnung getragen, indem sie nun nicht – wie ursprünglich geplant – 100 Wohnungen baue, so das Mitglied der Wettbewerbsjury. Derzeit gebe es dort drei Häuser mit zwölf Wohnungen.

„Wir haben Anwohnersorgen hinsichtlich der Höhe und der Abstände der Gebäude berücksichtigt“, versicherte Hannes Beinhoff, der Hamburger Büroleiter von Gerber Architekten. Eine Herausforderung sei der Höhenunterschied von sieben Metern auf der knapp 15.000 Quadratmeter großen Fläche. Er müsse bei der geplanten Tiefgarage über Rampen ausgeglichen werden. Derzeit überlegten sie, das Problem durch eine dritte Ausfahrt zu entschärfen.

„Wir arbeiten mit Gerber Architekten bereits beim Appartementhaus an der Lutter zusammen, das im September Richtfest feierte“, berichtete Scherrer. Das Büro habe zudem den 1992 eröffneten Neubau der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek geplant. „Für das Projekt Nikolausberger Straße wird nun Britta Küest die Leitung übernehmen“, kündigte der Hamburger Büroleiter Beinhoff an.

Bau soll 2019 starten

„Die Wohnungsgenossenschaft wird die Pläne als nächstes im Bauausschuss vorstellen“, erläuterte Arnold das weitere Verfahren. Weil sich der Rat der Stadt ausdrücklich zu einer Nachverdichtung bekannt habe und die Politik in die bisherigen Überlegungen mit einbezogen worden sei, sehe er „keine größeren Hürden“ mehr für die Verabschiedung des notwendigen Bebauungsplanes. Die Wohnungsgenossenschaft wolle 2019 mit dem Bau beginnen.

„In Göttingen fehlen zwischen 3000 und 5000 Wohnungen“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Er ermunterte die Genossenschaft zu weiteren Projekten.

Am städtebaulichen Wettbewerb haben sich 52 Büros beteiligt. Von ihren Entwürfen wurden in einem ersten Schritt zwölf ausgewählt, die dann von den Architekten weiter ausgearbeitet wurden. Die Jury entschied sich am Ende für drei Entwürfe. Einen zweiten ersten Platz belegten Abdelkader-Architekten aus Münster, den dritten Platz bmp-Architekten aus Göttingen.

Zustimmung der Piraten für Siegerentwurf

Unterdessen haben die Göttinger Piraten die Entscheidung der Wohnungsgenossenschaft, den Siegerentwurf des Büros Gerber Architekten Dortmund am Nikolausberger Weg umzusetzen, begrüßt. Die Ausrichtung der Gebäude zwischen kleinteiliger Bebauung im Süden und den Wohnblocks in Norden verbinde beide Bereiche organischer als andere Entwürfe. Auch die Größe der Gebäude erscheine nicht überdimensioniert, was im Stadtviertel angesichts der Erfahrungen bei der unmittelbar benachbarten IWF-Planung für die Akzeptanz vor Ort ein wichtiges Kriterium darstelle, heißt es in einer Mitteilung.

„Die Wohnungsgenossenschaft hat an diesem Bauplanungsvorhaben gezeigt, wie wir uns moderne Bauplanung mit Anwohnerbeteiligung vorstellen. Das Projekt veranschaulicht, wie man Großbauprojekte für Geschosswohnungsbau in dicht besiedelten Stadtvierteln ohne jahrelange Verzögerungen zur Planungsreife bringen kann“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Bauausschusses. Die Transparenz und das frühzeitige Einbeziehen der Anwohner habe nicht nur zu einer höheren Akzeptanz, sondern auch zu einer höheren Planungsqualität geführt, meint der Pirat.

Von Michael Caspar

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