Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Autofahrerin bedroht und beleidigt

Hauptagitator von rechtsextremem „Freundeskreis“ Autofahrerin bedroht und beleidigt

Der Hauptagitator der inzwischen umbenannten rechtsextremen Gruppierung „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“, Jens Wilke, muss wegen einer aggressiven Aktion gegen eine Autofahrerin eine Geldstrafe zahlen.

Voriger Artikel
Silvia Geserick-Drewes: Der ruhende Pol
Nächster Artikel
Aufgaben im Team bewältigen
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Das Amtsgericht Göttingen hat gegen den 40-jährigen Versicherungsmakler einen Strafbefehl wegen Nötigung, Bedrohung und Beleidigung in Höhe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro (insgesamt 600 Euro) erlassen. Wilke hatte gegen den Strafbefehl zunächst Einspruch eingelegt. Inzwischen habe er den Einspruch aber wieder zurückgezogen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Damit sei der Strafbefehl rechtskräftig geworden..

Nach Angaben eines Justizsprechers ereignete sich der Vorfall im August vergangenen Jahres. Wilke sei als Beifahrer in einem Pkw von seinem Wohnort in der Gemeinde Friedland in Richtung Niedergandern unterwegs gewesen. Der Pkw-Fahrer habe ein vor ihm fahrendes Auto überholt und dann den Pkw quer zur Fahrbahn gestellt, so dass die Fahrerin des Wagens anhalten musste. Wilke sei dann ausgestiegen, auf das Fahrzeug zugegangen und habe der Autofahrerin mit einer Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet und sie beschimpft und beleidigt. Er habe sie als „Schlampe“, „Fotze“ und „Drecksanarchistin“ bezeichnet und sie mit den Worten „Ich leg dich um“ bedroht.

Wegen eines weiteren Vorfalls soll Wilke außerdem eine zweite Geldstrafe zahlen. Der 40-Jährige hatte im März bei einer Rede vor dem Göttinger Kreishaus eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung als „antideutsches Geschmeiß“ bezeichnet. Das Amtsgericht Göttingen hat inzwischen auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Beleidigung in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro (insgesamt 900 Euro) erlassen. Dieser Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

Bei der Staatsanwaltschaft Göttingen sind außerdem mehrere weitere Verfahren gegen Mitglieder des so genannten Freundeskreises anhängig, der sich inzwischen in „Volksbewegung Niedersachsen“ umbenannt hat. Die Strafverfolgungsbehörde ermittelt gegen sechs Personen aus dem Umfeld der Gruppierung wegen des Verdachts der Bildung von bewaffneten Banden. Außerdem geht es um den Verdacht der gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ende Februar hatte die Polizei bei einer Razzia in der Region Göttingen sowie im thüringischen Eichsfeld diverse Schlag- und Stichwerkzeuge sichergestellt. Darunter befanden sich unter anderem eine Armbrust, eine Machete, ein Teleskop-Schlagstock mit einer eingebauten Reizgasvorrichtung, Quarzhandschuhe und ein Schlagring.

Im vergangenen Jahr hatte die Gruppierung um Wilke einen regelrechten Kundgebungsmarathon veranstaltet. Der Versicherungsmakler, der bei der jüngsten Kommunalwahl auf der NPD-Liste als Landrat kandidierte, hatte sich dabei regelmäßig sowohl als Redner als auch in Videos lautstark in Szene gesetzt. In jüngster Zeit ist nur noch wenig von ihm zu hören gewesen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Landtagswahl: So feiern die Parteien in Göttingen und der Region