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Autowrack als drastische Warnung

Polizei und Stadt markieren Unfallschwerpunkte Autowrack als drastische Warnung

Die Waldstrecke zwischen Esebeck und Elliehausen ist ein Unfallschwerpunkt, sagen Polizei und Stadtverwaltung. Mit drastischen Mitteln wollen jetzt beide die Gefahren augenfällig machen.

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Die Kreuze sollen Autofahrer für Unfallgefahren sensibilisieren.

Quelle: Peter Heller

Esebeck/Elliehausen. Seit Dienstag säumen unübersehbar zwölf weiße Holzkreuze den besonders gefährdeten Bereich. Und an der Stelle, an der bereits mehrere Autofahrer gegen Bäume gerast sind, hat die Polizei ein echtes Unfallwrack aufgestellt – die Reste eines VW Golf, der sich in Süddeutschland um einen Baum wickelte, wobei alle Insassen starben. Noch warnt die Polizei nur, aber: „Demnächst wird es hier Tempomessungen geben“, sagt Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke: „Wir werden nachschauen.“

Denn die Strecke ist tückisch, sagt Jörg Winter, Chef der Göttinger Straßenverkehrsbehörde. Von Esebeck geht es erst gerade hinunter Richtung Elliehausen, dann kommt eine leichte Rechts-Links-Rechts-Kurvenkombination. Genau hier verlieren die Unfallfahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug und kommen von der Straße ab. Entweder rasen sie nach links in den Wald, oder sie geraten nach rechts in den Straßengraben, an dessen nächstem Überweg die Autos nach oben katapultiert werden und sich überschlagen. In den vergangenen drei Jahren landeten vier Autos im Graben, zwei blieben an Bäumen hängen. Die Spuren daran sind heute noch deutlich zu sehen.

Die Ursache ist nicht unbedingt ein zu hohes, sondern ein unangepasstes Tempo, meint Verkehrsbehördenchef Winter. Bei ungünstigen Bedingungen, sagt Verkehrssicherheitsberater Arnecke, seien selbst die erlaubten 70 Stundenkilometer zu viel: Laub und Blütenstaub machen die Piste glitschig, und wegen der hochstehenden Bäume trocknet die Fahrbahn an dieser Stelle nach Regen nicht so schnell ab wie davor oder dahinter.

Noch etwa zwei Wochen lang sollen die von Schülern der BBS II gefertigten Holzkreuze und das Unfallwrack des Vereins zur Verhinderung von Verkehrsunfallopfern an der Strecke  zwischen Esebeck und Elliehausen stehen. Die Aktion soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein, sagt Arnecke. Nach und nach möchte die Polizei alle Unfallschwerpunkte angehen – erst im Stadtgebiet, dann im Landkreis. Bei einer früheren Aktion im Groner Holz habe sich das sehr positiv ausgewirkt, erklärt Arnecke. Außerdem konferieren Stadt, Polizei und Rettungsdienste jedes Jahr über unfallträchtige Stellen im Straßennetz und darüber, wie man diese Schwerpunkte entschärfen kann.  

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