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B27 und B3 bei Göttingen ab Juli mit Maut

Maut für Mini-Strecken B27 und B3 bei Göttingen ab Juli mit Maut

Zwei Veränderungen stehen in diesem Jahr bei der Lkw-Maut an: Zum einen werden ab 1. Oktober auch Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen 7,5 und zwölf Tonnen mautpflichtig. Bisher muss nur für Lastwagen mit einem Gewicht von mehr als zwölf Tonnen Maut bezahlt werden. Zum anderen werden weitere Bundesstraßen mautpflichtig – auch in der Region.

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Quelle: Wüstneck/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Bundesweit kommen zu den bislang 1200 Kilometern Bundesstraßen mit Mautpflicht 1100 weitere Kilometer hinzu. Allerdings sind im Raum Göttingen nur zwei kleine Teilstrecken betroffen. Sehr kleine: Die B 3 vom Lutteranger in Weende bis zur Abfahrt Bovenden-Süd misst gerade einmal vier Kilometer. Und die B 27 von der A 7 bis zur B 3 in Weende – der ehemalige Autobahnzubringer – sogar nur drei. Die Erweiterung greift bereits am 1. Juli.

Für die insgesamt sieben Kilometer im Göttinger Nordwesten müssen dann insgesamt sechs automatische Erfassungsbrücken gebaut werden, weil es zwischen Weende und der A 7 noch eine weitere Auffahrt gibt.

Nachteilig sind derart kleinteilige Änderungen nicht für die großen Speditionsbetriebe, sondern „für die Gelegenheitsfahrer der Region“, sagt Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL). Mehr als 90 Prozent der bisher mautpflichtigen Lastwagen seien mit sogenannten On-Board-Units (OBU) ausgestattet – nicht aber die Fahrzeuge, die nur in der Region genutzt werden. Und zusammen mit der zweiten Änderung ab Oktober – der Ausweitung auf Fahrzeuge mit 7,5 bis zwölf Tonnen Gewicht – dürften wesentlich mehr Lastwagen mautpflichtig werden als derzeit. Solche Fahrzeuge werden gern von Betrieben wie Großbäckereien oder Gartenbaubetrieben genutzt.

Wer den teuren OBU-Einbau nicht einbauen will, muss dann vor jeder Fahrt auf den Göttinger Mini-Strecken die Mautgebühr über die Toll Collect GmbH im Internet entrichten oder sich einen Mautpass an einer der Maut-Terminals beschaffen, die an Autohöfen, an Rastplätzen und in Tankstellen stehen – viel Arbeit für wenig Kilometer.

►Kommentar: Verkehrsverlagerung
Matthias Heinzel

Matthias Heinzel

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Bei den Maut-Plänen für die Bundesstraßen 3 und 27 fällt nicht nur das Missverhältnis zwischen Aufwand und zu ertwartendem Ertrag auf.  Wichtiger, weil schlimmer, sind die Folgen für den gewerblichen Verkehr. Wer die sieben Kilometer oder nur ein paar davon ab und zu nutzen will, hat womöglich kaum Interesse daran, sich kostenpflichtig eine On-Board-Unit einbauen zu lassen und die Folgekosten zu tragen.

Dann bleibt ihm nur die Möglichkeit, einen Toll Collect-Automaten anzufahren oder die Maut im Internet zu entrichten. Viel wahrscheinlicher ist allerdings eine vierte Lösung: die künftig maut-pflichtigen Mini-Strecken ganz zu meiden. Die aber sind wichtige Verbindungen im Göttinger Norden. Die Folge dürfte höherer Lkw-Verkehr in anderen Straßen sein.

Von Matthias Heinzel

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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