Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
BBS II wird Zentrum für Feinoptik

Neuer Ausbildungsgang BBS II wird Zentrum für Feinoptik

Die Berufsbildenden Schulen II (BBS II) in Göttingen sollen zum Kompetenzzentrum für Feinoptik für Norddeutschland ausgebaut werden. Unterrichtsbeginn soll bereits in diesem Jahr sein.

Voriger Artikel
Großeinsatz gegen Wohnungseinbruch
Nächster Artikel
Rotary-Club spendet 16 500 Euro

Ohne die Arbeit von Feinoptikern undenkbar: Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums beobachten einen Venus-Durchgang in der Astrophysik.          

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Hinter dem Projekt stehen die feinoptischen Industriebetriebe aus Norddeutschland. Sie wollen die dort ansässige Feinoptik über die Ausbildung von Fachkräften stärken und in Göttingen „neue Maßstäbe setzen“, erklärt die Göttinger Kreisverwaltung. Bislang werden die Auszubildenden in Wetzlar unterrichtet.

Anlass des geplanten neuen Ausbildungsganges an der Göttinger BBS II für zunächst 20 Teilnehmer ist der Mangel an entsprechenden Ausbildungsplätzen. „Hier sollen in Arbeitsgruppen Lernsituationen generiert werden, die sich an den Arbeitsprozessen der Ausbildungsbetriebe und den Lernfeldern des Rahmenlehrplanes orientieren“, beschreibt die Kreisverwaltung das Aufgabenfeld.

Das erste Unterrichtsjahr soll bereits 2017/18 beginnen. Daher werden voraussichtlich ab 2020 mindestens 60 Auszubildende pro Jahr in 3,5 Ausbildungsjahren der Feinoptik-Industrie am Standort Göttingen unterrichtet. Feinoptiker fertigen die optisch wirksamen Bauteile für Geräte wie Fernrohre, Feldstecher, Mikroskope, Lupen und andere optische Bauelemente.

Zwar sind in Göttingen genügend Lehrkräfte und Räume für den neuen Ausbildungsgang vorhanden, aber: Es müssen Maschinen und Geräte angeschafft werden, weil die von den Betrieben gewünschte Qualität „nur mit einer qualitativ hochwertigen Ausstattung erreichbar“ sei, erklärt die Kreisverwaltung. Benötigt werden unter anderem computergesteuerte Fräs-, Polier-, Schleif- und Zentriermaschinen, außerdem Roboterarme und Messgeräte. Zusammen kosten die Geräte 1,88 Millionen Euro. Dazu kommt eine komplette digitalisierte Fabrikationslinie für eine weitere Million. Der Prüfungsausschuss könne nur dann entsprechend den Bedarf der Wirtschaft an Facharbeiter prüfen, „wenn die betriebliche Situation und deren Problemstellung simuliert werden kann“, meint die Kreisverwaltung nach der Abstimmung mit den Fachleuten der Ausbildungsbetriebe.

Diese Kosten sollen im Haushalt des Landkreises für 2018 abgedeckt werden. Im ersten Schulhalbjahr 2017/18 soll der Unterricht mit eingeschränktem Maschinenpark stattfinden. Die notwendigen Geräte sollen zunächst über das Schulbudget geleast werden. Um das Projekt voranzubringen, beschlossen die Ausbildungsbetriebe bei einem Treffen Mitte Januar in Göttingen zudem, einen Arbeitskreis der Entscheider, Ausbilder und Lehrkräfte an den BBS II zu bilden, der monatlich tagen soll.

Vorgestellt wird das Projekt am Donnerstag, 26. Januar, im Schulausschuss des Kreistages. Beginn der Sitzung im Göttinger Kreishaus, Reinhäuser Landstraße 4, ist um 16 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 16. bis 22. September 2017