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Bahn stellt neues Konzept vor

Lärmschutz für den Leineberg Bahn stellt neues Konzept vor

Die Anwohner auf dem Leineberg sollen in Zukunft weniger durch Bahnlärm gestört werden: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, im Sommer 2017 entlang der Bahntrasse eine Lärmschutzwand zu errichten. 2018 sollen besonders betroffene Wohnungen zusätzlich mit Schallschutzfenstern ausgestattet werden.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. „Ich habe positive Nachrichten für Sie“, begann Cornelia Meuser von der Abteilung „Lärmsanierung“ der DB-Netz AG Donnerstagabend ihren Vortrag in der Aula der Leinebergschule. Demnach soll im Sommer 2017 in einer rund zweimonatigen Bauphase eine 745 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden.

Die Arbeiten sollen nachts ausgeführt werden. Im Jahr 2018 können dann 104 der insgesamt 247 betroffenen Wohnungen mit Schallschutzfenstern ausgestattet werden, wobei die Eigentümer 25 Prozent der Kosten selbst tragen müssen.

Wohnungen, die nach dem 31. März 1974 gebaut wurden, haben laut Bundes-Immissionsschutzgesetz keinen Anspruch auf besonderen Schutz. Das heißt, ihren Besitzern wird die 75-prozentige Kostenübernahme der Schallschutzfenster nicht angeboten. Sie haben auch keinen Anspruch auf eine Lärmschutzwand.

Die Wohnungen südlich des Huntewegs wurden nach 1974 gebaut. Rund die Hälfte von ihnen würden jedoch trotzdem von der Lärmschutzwand geschützt werden, so Meuser.

Derzeit fahren tagsüber 119 Züge am Leineberg vorbei, nachts sind es 72. Im Jahr 2020 sollen es 164 am Tag und 63 in der Nacht sein. Die Zahlen seien jedoch wenig aussagekräftig, wie Meuser sagt. Zum einen sollen bis 2020 80 Prozent aller Züge mit Flüsterbremsen ausgestattet sein, zum anderen komme es weniger auf die Zahl als auf die Art der Züge an: „Güterzüge verursachen viel mehr Lärm als Personenzüge.“

Die Kosten würden vom Bund getragen, stellten jedoch eine freiwillige Leistung dar, wie Meuser betonte: „Ein Rechtsanspruch besteht nicht.“

Von Seiten der rund 90 Zuhörer erntete Meuser vor allem Kritik: Die Lärmschutzwand werde nicht viel bewirken; es sei ungerecht, dass einige Wohnungen Schallschutzfenster bekämen und andere nicht; es müsse ein Nachtfahrverbot für Züge her.

Unmut löste auch die Nachricht aus, dass die Bauarbeiten für die Wand nachts ablaufen sollen. Meuser lobte das Publikum für seine „fachlich hochwertigen“ Fragen, zeigte sich jedoch von der Kritik „enttäuscht“. Sie und ihre Kollegen hätten lange für die Wand gekämpft, nun sei ihr unverständlich, dass eine Erfolgsmeldung eine solche Reaktion auslöse.

Der SPD-Ortsverein Leine hat die geplanten Bauarbeiten unterdessen in einer Pressemitteilung begrüßt. Es sei allerdings „schwer nachvollziehbar, dass die durch die Sanierungsmaßnahmen angestrebten Immissionswerte erheblich über den Grenzwerten der aktuellen Verkehrslärmschutzverordnung liegen und gesundheitsrelevante Schwellenwerte ebenfalls überschreiten.“

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