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Bahn verspricht Lärmminderung auch in Grone

Güterwagen mit Flüsterbremsen Bahn verspricht Lärmminderung auch in Grone

Nach Beschwerden einer Reihe von Bürgern übern nächtlichen Bahnlärm hatte sich der Ortsrat an die Stadtverwaltung gewandt, die wiederum die Bahn und das Verkehrsministerium  kontaktierte. Deren Antworten liegen jetzt vor – und werden von den Ortsratsmitgliedern unterschiedlich beurteilt.

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Quelle: Hinzmann

Grone. „Ab 2020 sollen keine lauten Güterwagen mehr auf dem deutschen Schienennetz fahren dürfen“, schreibt das Ministerium. Eine entsprechende gesetzliche Regelung werde derzeit vorbereitet. Eine Reduzierung des Lärms soll dadurch erreicht werden, dass neue Güterwagen ausschließlich mit lärmarmen Bremstechniken  ausgestattet sein dürfen. Gleichzeitig sei seit Beginn 2014 die „flächendeckende Umrüstung der Bestandsgüterwagen“ mit lärmarmen Bremsen in vollem Gange, so die Bahn.

Laut Verkehrsministerium führt die neue Technik zu einer Geräuschreduzierung von bis zu zehn Dezibel. Dies werde vom menschlichen Ohr als „Halbierung des Lärms“ empfunden.

Eine Absage erteilt hat die Bahn möglichen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Laut einer Studie führe eine Reduktion von 100 auf 70 Stundenkilometer zu 24 Prozent längeren Fahrzeiten, zehn Prozent höheren Transportkosten sowie bis zu 20 Prozent Kapazitätsverlusten. Die Bahn verliere enorm an Wettbewerbsfähigkeit, das verkehrspolitische Ziel „mehr Verkehr auf die Schiene“ würde ins Gegenteil verkehrt.

Die Ortsratsmitglieder reagierten unterschiedlich auf die diese Aussagen. Er sei „nicht unzufrieden“, sagte Hans-Henning Eilert (CDU), könne die Argumentation der Bahn nachvollziehen. Eine Meinung, die von Werner Bonus (SPD) geteilt wird: „Eine Technik, die Güterzüge lautlos fahren lässt, existiert leider nicht.“

Die Bahn befinde sich jetzt in der Bringschuld, betont Hendrik Falkenberg (GöLinke). Wenn sie das, was sie versprochen hat, umsetze, sei diese Schuld eingelöst: „Es ist wichtig, möglichst viele Lkw von der Straße zu kriegen und den Bahnverkehr zu stärken.“

Anderer Meinung war Renate Bank. „Es dauert viel zu lange.“ Die SPD-Politikerin warf der Bahn vor, das Problem auf die lange Bank zu schieben und notwendige Investitionen hinauszuzögern. Ausgesprochen kämpferisch gab sich unterdessen Wolfgang Thielbörger (FDP): „Es kann nicht sein, dass die Bahn ihr Geschäft auf dem Rücken der Menschen austrägt. Ich werde ein Schreiben aufsetzen – hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Von Hauke Rudolph

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