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Bahnhofsmission auch an Feiertagen geöffnet

Rührselige Momente Bahnhofsmission auch an Feiertagen geöffnet

Die Weihnachtsfeiertage gehören zu den ruhigsten Zeiten im Jahr. Für die Göttinger Bahnhofsmission gilt dies jedoch nicht: Hier ist auch an den Festtagen Betrieb.

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Betrieb auch zu Weihnachten: Christian Ude bewirtet Gäste der Bahnhofsmission.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Es sind vorwiegend Arbeitslose, Alleinstehende und Obdachlose aller Altersklassen, die in diesen Tagen kommen, sagt Tim Alberty, der am ersten Weihnachtsfeiertag Dienst in der Mission am Bahnsteig zwischen den Gleisen vier und fünf schiebt. Mittags ist der Andrang groß, danach wird es etwas ruhiger. Aber immer mal wieder schaut dann doch noch ein Stammgast vorbei, um sich bei einer Tasse Tee oder Kaffee aufzuwärmen.

Eine wichtige Fähigkeit für die Arbeit in der Bahnhofsmission: zuhören können. „Mancher“, erklärt Alberty, „erzählt uns schon mal sein ganzes Lebensschicksal. Andere sind stiller.“ Viele der Besucher kämen immer wieder, meint der Betreuer.

So auch Maik Jacobi aus Nörten-Hardenberg: „Eigentlich bin ich jeden Tag hier“, meint er. „Die Betreuer sind total nett, die tun wirklich was für einen.“ Das meint auch Karin W. (Name geändert). „Hier gibt es ausschließlich freundliche Mitarbeiter“, sagt die 51-Jährige. „Wenn man Probleme hat, wird einem hier geholfen.“ Und an Weihnachten „ist sonst ja alles dicht“.

Durch Freunde ist Georg Kaiser aus Northeim auf die Göttinger Bahnhofsmission aufmerksam geworden. Seitdem ist auch er ein regelmäßiger Gast: „Tee trinken und ein bißchen was zu essen bekommen – das ist schon schön, wenn man kein Geld hat.“ Mit seiner Monatskarte ist auch die Fahrt nach Göttingen bezahlbar.

Info

Die Bahnhofsmission von Stationsleiter Wolfgang Eggerichs ist täglich geöffnet: Montags bis Freitags von 8 bis 18 Uhr, am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Wer sich für die Arbeit der Station interessiert oder Unterstützung geben möchte, kann sich unter Telefon 05 51 / 5 61 90 melden.

In den Weihnachtsfeiertagen, sagt Alberty, werden manche Gäste melancholisch und sentimental: „Da gibt es auch mal rührselige Momente.“ Darauf, wie man im Einsatz in der Bahnhofsmission dann mit den Menschen umgeht, werde man zwar in Schulungen vorbereitet, aber: „Eigentlich lernt man das erst richtig, wenn es passiert.“

Erfahrung hat Alberty reichlich. Als 17-jähriger Schüler absolvierte er ein Praktikum in der Bahnhofsmission. Das gefiel ihm so gut, dass er blieb. Seit 15 Jahren ist er nun dabei. Sein Kollege Christian Ude, früher als Sozialarbeiter für benachteiligte Menschen da, erst seit zwei. Aber auch er will bleiben: „Das ist schon sehr schön hier, man kann den Leuten ganz konkret helfen.“

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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