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Bahnlärm dominiert nachts in der Stadt

Mehr als 27 000 Göttinger leben mit Schienenverkehrs-Lärm Bahnlärm dominiert nachts in der Stadt

Der Lärm des Bahnverkehrs stellt „ein erhebliches Problem“ für die Stadt Göttingen dar. Zu dieser Einschätzung kommt die Stadtverwaltung. Grundlage dafür sind Werte, die die Deutsche Bahn ermitteln ließ. Anhand dieser Daten ist jetzt ein Lärmaktionsplan erstellt worden.

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Vor allem die Nacht sei der  „kritische Zeitraum“ beim Schienenverkehrslärm. 

Quelle: Wenzel

Göttingen. Der rund 40-seitige Lärmaktionsplan Schiene (LAP) für das Stadtgebiet wird am Dienstag, 23. Februar, im Göttinger Umweltausschuss vorgestellt. Er beinhaltet sowohl eine Lärm-Bestandsaufnahme als auch eine Empfehlung von Baumaßnahmen. „Im Moment ist allerdings noch völlig offen, in welchem Umfang und wann eine Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch die Deutsche Bahn AG erfolgen wird“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Weiterer Termin:

Über den Lärmaktionsplan diskutieren die Mitglieder des Göttinger Umweltausschusses am Dienstag, 23. Februar, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus.

Durch Göttingen laufen sowohl eine ICE-Schnellfahrtstrecke als auch die alte Nord-Süd-Strecke – auf der beispielsweise die Metronom-Züge fahren – und die Bahnstrecke Göttingen-Bebra, auf der hauptsächlich Güterverkehr und der Cantus verkehren. 

Pro Jahr, so steht es im LAP, rollen rund 140 000 Züge durch Göttingen (im Bereich nördlich des Bahnhofs) 32000 davon nachts als Güterzüge. Die Lärmkartierung der Bahn hat ergeben, dass in Göttingen derzeit 27580 Menschen mit einem Lärmpegel jenseits 55 Dezibel leben müssen, 39830 Bürger mit einem Pegel über 45 Dezibel. Mehr als 10000 Göttingen wohnen in einer Zone mit mehr als 55, knapp 2500 Menschen sogar mit mehr als 65 Dezibel.

Die Grenzwerte liegen tagsüber in Wohngebieten bei 59 Dezibel, in Mischgebieten bei 64, im Bereich von Kliniken und Schulen bei 57. Nachts liegen sie zwischen 47 und 54 Dezibel in diesen Bereichen. Ab 65 Dezibel gilt Lärm als gesundheitsschädlich. 

Vor allem die Nacht sei der  „kritische Zeitraum“ beim Schienenverkehrslärm. Denn laut Gutachten stellt der Bahnverkehr in der Nacht „die dominierende Lärmquelle in der Stadt dar“. Der Lärm übersteige den des Straßenverkehrs „erheblich“.

Vor allem im Bereich Groner Landstraße, Berliner Straße, Bahnhofsallee und Am Leinufer liegen die am stärksten belasteten Wohngebäude. Dort liegt der Lärm teilweise bei über 70 Dezibel. Mehr als 55 Dezibel werden beispielsweise nahe der Schienenstrecken in Weende, der Innenstadt, der West-, Süd- und Nordstadt erreicht. Als Gegenmaßnahmen sind unter anderem zwei Meter hohe Schallschutzwände und so genannte „Brückenstegabsorber“ geeignet – vor allem im Bereich Leineberg, Zoologie, und Maschmühlenweg.

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